Die Sonne beweist im Sommer ihre Kraft. Foto: Volkmann
Die Sonne beweist im Sommer ihre Kraft. Foto: Volkmann

Erkrath. Die Sommer werden heißer, trockener und die Zahl der Hitzetage nimmt zu. Auch in Erkrath sind die Folgen des Klimawandels spürbar. Deshalb fordert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt Erkrath ein konkretes Maßnahmenpaket zur Starkhitzevorsorge.


Der entsprechende Antrag wird im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Planung (AKUP) am 15. September und anschließend im Rat am 1. Oktober beraten werden. „Wir können nicht jedes Jahr aufs Neue überrascht sein, wenn es im Sommer über längere Zeit extrem heiß wird. Erkrath muss jetzt vorsorgen“, erklären die Fraktionsvorsitzenden Barbara Geiss-Kuchenbecker und Peter Knitsch. „Klimaschutz und Klimaanpassung gehören zusammen. Wir müssen weiterhin alles dafür tun, die Erderwärmung zu begrenzen, gleichzeitig aber auch unsere Stadt auf die Folgen vorbereiten, die bereits heute nicht mehr vollständig zu verhindern sind.“

Konkret fordern die Grünen unter anderem, bei Hitzewellen öffentliche Kälteräume einzurichten und bekannt zu machen. Gleichzeitig soll geprüft werden, wo in Schulen, Kindergärten, Verwaltungsgebäuden und anderen öffentlichen Einrichtungen Klimaanlagen oder andere geeignete Hitzeschutzmaßnahmen notwendig sind. Dabei soll möglichst auf erneuerbare Energien zurückgegriffen werden. Außerdem sollen öffentliche Trinkbrunnen geschaffen, besonders hitzebelastete Bereiche beispielsweise in den Stadtzentren durch
Wassersprühsysteme gekühlt und deutlich mehr schattenspendende Bäume und Pflanzen auf Schulhöfen, Spielplätzen und anderen stark aufgeheizten Flächen gepflanzt werden. Auch Entsiegelungsmaßnahmen sollen für mehr Grün und weniger aufgeheizte Flächen sorgen. Darüber hinaus soll die Stadt ein umfassendes Hitzevorsorgekonzept erarbeiten, das weitere Maßnahmen aufzeigt und Erfahrungen anderer Kommunen berücksichtigt.

„Hitzeschutz ist keine Frage des Komforts, sondern des Gesundheitsschutzes“,
betonen die Grünen. Besonders ältere Menschen, Kinder und andere vulnerable
Gruppen sind durch extreme Hitze gefährdet. Kühle Rückzugsorte, ausreichend
Schatten und die Möglichkeit, kostenlos Trinkwasser zu erhalten, können deshalb
einen wichtigen Beitrag leisten. Gerade auf Schulhöfen und Spielplätzen müsse die
Stadt dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche nicht ungeschützt der intensiven
Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind.

„Wir fordern seit Jahren, dass Erkrath beim Klimaschutz konsequenter handelt. Der
aktuelle Antrag ist deshalb kein isolierter Vorstoß, sondern Teil unserer
kontinuierlichen Arbeit für eine klimafeste und lebenswerte Stadt“, so Knitsch und
Geiss-Kuchenbecker. „Die Klimakrise findet nicht irgendwo statt – sie zeigt sich auch direkt vor unserer Haustür. Deshalb muss Erkrath jetzt handeln und Vorsorge treffen, statt immer erst auf die nächste Hitzewelle zu reagieren.“