Erkrath. Der Erkrather Straßenkarneval zieht am Samstag, 7. Februar, unter dem Motto „Die Zukunft kommt – wir sind bereits, in Erkrath ist jetzt Narrenzeit“ durch Alt-Erkrath.
Und auch diesmal stehen vor, während und nach dem Karnevalszug wieder die Hin-Guckerinnen und Hin-Gucker – freiwillige Kräfte des städtischen Fachbereichs Jugend – jungen Feiernden mit Rat und Tat zur Seite. Die geschulten Pädagoginnen und Pädagogen unterstützten Jugendliche nicht nur bei Hilflosigkeit durch berauschende Mittel, sondern informieren auch über die Gefahren von K.O.-Tropfen.
Die Hin-Guckerinnen und Hin-Gucker sind in der Regel zu Dritt unterwegs und an den leuchtenden Warnwesten mit entsprechender Aufschrift zu erkennen. Rund um den Karnevalszug achten sie auf hilfsbedürftig wirkende Jugendliche, sind fortwährend ansprechbar und stehen in direkter Verbindung zu den Einsatz- und Rettungskräften. So können sie im Bedarfsfall schnell Hilfe holen, eine kurzfristige Begleitung organisieren oder Kontakt zu Freunden und Verwandten herstellen. Dabei greifen die Hin-Guckerinnen und Hin-Gucker nicht selbst aktiv in Konflikte ein, sondern unterstützen lediglich begleitend im Bedarfsfall. „Die Erfahrungen aus den letzten Jahren zeigen, dass die Aktion sehr gut angenommen wird. Viele sprechen uns ganz bewusst an, weil sie davon in der Schule oder den Jugendcafés gehört haben und wissen, dass wir für sie da sind. Auf diese Weise wird der Jugendschutz zu Karneval deutlich verbessert“, berichtet Tümay Biçer-Poyraz, Jugendschutzbeauftragte der Stadt Erkrath und Projektkoordinatorin der Hin-Gucker-Aktion.
Neben der Hilfe im Bedarfsfall wird parallel auch wertvolle Aufklärungsarbeit geleitet. Die ungewollte Einnahme bewusstseinsbeeinträchtigender Substanzen, beispielsweise K.O.-Tropfen in Form von Betäubungsmitteln oder Liquid Ecstasy, ist nicht nur für Jugendliche eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Es gibt rund hundert unterschiedlichen Chemikalien, die in der Regel farb-, geschmacks- und geruchlos sind, aber bei Einnahme schwerwiegende körperliche Reaktionen wie Schwindel und Bewusstseinsverlust, Übelkeit bis hin zur Willenlosigkeit auslösen. Um das Risiko gerade für Minderjährige und junge Erwachsene zu minimieren, rät das Team dazu, auch zu Karneval in Gruppen unterwegs zu sein und aufeinander achtzugeben. Darüber hinaus wird nützliches Präventionsmaterial an die Jugendlichen verteilt, darunter beispielweise Abklebfolien für Gläser, bunte Plastikstopfen für Flaschenhälse, Flaschenöffner, Kornkorken sowie lautstarke Taschenalarme, die das Verabreichen von K.O.-Tropfen erschweren oder in kritischen Situationen für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgen sollen.
Was ist im Notfall zu tun?
Ergänzend dazu werden auch wieder Bierdeckel ausgegeben, auf denen leicht verständliche Informationen und Handlungsempfehlungen für den Notfall abgedruckt sind. Besteht der Verdacht, dass K.O.-Tropfen verabreicht worden sind, sollte umgehend Kontakt mit der Polizei (Notruf: 110) aufgenommen werden. Zu beachten ist, dass die gefährlichen Substanzen nur kurze Zeit im Körper festzustellen sind, weshalb schnellstmöglich auch der Rettungsdienst (Notruf: 112) alarmiert oder die nächstgelegene Notfallambulanz aufgesucht werden sollte, um dort eine Urinprobe abzugeben – vor allem dann, wenn ernsthafte Symptome auftreten.
Betroffene Mädchen und junge Frauen, die Unterstützung bei der Bewältigung eines solchen Vorfalls benötigen, können sich telefonisch unter 02104 141-9226 an die Beratungsstelle des SKFM Mettmann wenden. Ebenso steht unter 0800 011-6016 rund um die Uhr das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ zur Verfügung. Für Jungen und junge Männer, die Opfer von K.O.-Tropfen wurden, steht das Hilfetelefon „Gewalt an Männern“ bereit, das jederzeit unter der Rufnummer 0800 0123-9900 zu erreichen ist.


