Erkrath. Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) Ortsverband Erkrath und des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Ortsverein Haan-Gruiten haben am 12. Juni auf dem Übungsgelände des THW gemeinsam ein anspruchsvolles Zivilschutzszenario trainiert. Ziel der Übung war es, die Zusammenarbeit beider Organisationen weiter zu intensivieren und Einsatzabläufe unter realitätsnahen Bedingungen zu erproben.
Ausgangspunkt der Übung war der fiktive Einschlag einer verirrten Mehrzweck-Flugdrohne in ein Wohnhaus. Infolge der angenommenen Detonation wurden mehrere Personen teils schwer verletzt, weitere Bewohnerinnen und Bewohner galten als vermisst. Auch ein angrenzendes Gebäude wurde beschädigt, sodass dort ebenfalls mit verschütteten oder eingeschlossenen Personen gerechnet werden musste. Im Übungsszenario hatte der zuständige Energieversorger Gas- und Stromleitungen abgeschaltet, um zusätzliche Gefahren auszuschließen.
Das THW rückte zur Übung in Zugstärke, mit insgesamt 32 ehrenamtlichen Einsatzkräften, an. Im Einsatz waren zwei Bergungsgruppen, die Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung (Fachgruppe N) sowie der Zugtrupp. Das DRK Haan-Gruiten unterstützte mit einer halben Einsatzeinheit, bestehend aus den Teileinheiten Führung, Sanität sowie Technik/Logistik. Insgesamt waren 15 ehrenamtliche Einsatzkräfte des DRK vor Ort.
Die Lage stellte die eintreffenden Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen: Ein Zugang zu den betroffenen Bereichen war zunächst ausschließlich über Fenster im zweiten Obergeschoss möglich. Zusätzlich erschwerte starke Rauchentwicklung im Gebäude die Suche und Versorgung der Verletzten erheblich. Teilbereiche konnten daher nur unter Atemschutz betreten werden.
Für ein möglichst realistisches Einsatzszenario kamen neben Übungspuppen auch Verletztendarstellerinnen und -darsteller zum Einsatz. So konnten insbesondere die Schnittstellen zwischen technischer Rettung und medizinischer Versorgung unter praxisnahen Bedingungen trainiert werden.
„Solche Übungen sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Vorbereitung auf größere Schadenslagen“, betonen die Verantwortlichen beider Organisationen. „Sie stärken nicht nur die fachlichen Fähigkeiten, sondern auch das Zusammenspiel der Einsatzkräfte im Ernstfall.“
Im Anschluss an die Übung nutzten die Beteiligten die Gelegenheit zum gemeinsamen Austausch. Während eines durch das THW vorbereiteten Imbisses wurden erste Eindrücke geteilt, bevor in den jeweiligen Unterkünften eine detaillierte Nachbereitung stattfand. Dabei wurden auch identifizierte Verbesserungspotenziale analysiert, um die Abläufe künftig weiter zu optimieren.


