Der Frühjahrscheck fürs Auto ist mehr als nur die Reinigung. Foto: TÜV NORD/iStock-474203926_gilaxia
Der Frühjahrscheck fürs Auto ist mehr als nur die Reinigung. Foto: TÜV NORD/iStock-474203926_gilaxia

Mülheim an der Ruhr. Der Frühling erwacht, die Temperaturen steigen, so manches Autos wird aus dem Winterschlaf geweckt. „Jetzt bietet es sich an, einen Frühjahrscheck durchzuführen, um das Fahrzeug auf die neue Jahreszeit vorzubereiten“, meint Dietmar Bley, Leiter der TÜV NORD-Station
Mülheim/Ruhr. Er gibt Tipps, worauf dabei zu achten ist:

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Nach dem Winter steht der Frühjahrsputz an. Das gilt auch fürs Auto. Um
Schmutz und Streusalz zu entfernen, ist eine gründliche Wagenwäsche ratsam. Das
Salz greift Lack und Karosserie an, was wiederum zu Rost führen kann. Deshalb sollte
man das Fahrzeug ganzheitlich und gründlich mit speziellen Pflegemitteln reinigen.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Hausmitteln hinterlassen diese keine Spuren und
Schäden am Lack. Auch die Kunststoff- und Gummidichtungen sollten hierbei nicht
vergessen werden. Grundsätzlich gilt: „Lieber vorsichtig drüber streichen als kräftig
scheuern“, so der Experte.

„Beim Putzen wird man zudem häufig auf Kratzer aufmerksam. Sind sie nicht tiefer als der Klarlack, können sie mit einer Schleifpaste entfernt werden“, rät Stationsleiter Bley.

Der Experte gibt Autofahrerinnen und Autofahrern eine Checkliste an die Hand:

      • Autowäsche inkl. Lackpflege, Unterboden- und ggf. Motorwäsche
      • Innenraumreinigung inkl. Filteraustausch der Klimaanlage
      • Wechsel der Wischerblätter
      • Reifenwechsel
      • Kontrolle der Füllstände
      • Überprüfung der Beleuchtung

Vorsicht sei geboten, um nicht mehr von der Lack-Schutzschicht abzutragen als nötig. Stellt sich der gewünschte Glanz nicht ein, kann man auf eine Politur mit höherem Schleifmittelanteil zurückgreifen. Im Anschluss an die Reinigung schützen Lackpolitur und Versiegelung die Oberfläche und sorgen im gleichen Zuge für Glanz.

Es sei sinnvoll, hierbei schrittweise vorzugehen. „So beginnt man etwa bei einem Kotflügel, poliert ihn fertig aus und wechselt dann zum nächsten Abschnitt. Um auch im Frühjahr den Durchblick zu behalten, ist ein Austausch der Scheibenwischerblätter empfehlenswert, da die Gummilippen durch den Winter häufig porös und rissig werden. Ebenso sollte die Fahrzeugführerin oder der Fahrzeugführer die Scheiben gründlich von innen und außen mit dem Glasreiniger säubern.“

Reinigung des Innenraumes

Im Rahmen des Frühjahrsputzes biete es sich ebenfalls an, den gesamten
Innenraum zu reinigen – von den Fußmatten über Cockpit, Lenkrad, Spiegel und
Lüftungsgitter bis hin zum Autohimmel. Bei einem unangenehmen Geruch im
Fahrzeug kann Kaffee bzw. Kaffeepulver Abhilfe schaffen: „Hierfür stellt man einfach
einen damit gefüllten Behälter über Nacht in den Innenraum“, so Bley.

Sollte die Klimaanlage Ausgangspunkt für den Geruch sein, gebe es spezielle Mittel dagegen. Besonders für Allergiker ist ein regelmäßiger Austausch der Pollen- oder Aktivkohlefilter der Anlage wichtig. Sie verhindern das Eindringen von Pollen ins Fahrzeug und halten den Großteil der Staubpartikel vom Innenraum fern.

„Im Laufe des Winters setzen sich dort Staub, Ruß und Feuchtigkeit ab, die zur Vermehrung von Pilzen und Bakterien beitragen. Deshalb ist ein Wechsel der Innenraumfilter nach einem Jahr oder 15.000 Kilometern sinnvoll“, so der Stationseiter.

Abgesehen von einer umfassenden Reinigung des Lacks und des Innenraums, rät der TÜV-Experte, sich die Säuberung der Radkästen sowie eine Unterbodenwäsche, um
auch dort alle Rückstände zu entfernen. Außerdem biete sich zu Saisonbeginn eine
Motorwäsche an, wenn der Motorraum stark durch Öl, Dreck oder Streusalz
verschmutzt ist. Dazu Bley: „Auch wenn man die Motorwäsche unter
großer Vorsicht selbst durchführen kann, sollte das besser ein Profi in einer Werkstatt
übernehmen.“

Frühjahrs-Check ist mehr als eine Reinigung

Im Rahmen eines Frühjahrschecks seien neben der Säuberung des Fahrzeugs noch
„weitere Schritte in Angriff zu nehmen“. Zum einen stehe der Reifenwechsel an, der so
wichtig ist, weil die Winterreifen durch einen höheren Silica- oder Naturkautschukanteil bei steigenden Temperaturen nicht nur mehr Sprit verbrauchen, sondern auch längere Bremswege verursachen.

In dem Zuge sollten die Reifen auch bezüglich Profiltiefe, Reifendruck sowie möglicher Beschädigungen überprüft werden. Zudem empfiehlt sich die Kontrolle der Füllstände. Das beinhaltet den Ölstand, die Kühl- und Bremsflüssigkeit sowie den Füllstand der
Scheibenwaschanlage. Sie beeinflussen nicht nur die Verkehrssicherheit, sondern 3
erhöhen auch die Langlebigkeit des Fahrzeugs und verringern die Wahrscheinlichkeit,
während der Fahrt liegen zu bleiben.

Schlussendlich sollte auch ein Licht-Check durchgeführt werden, da eine einwandfrei funktionierende Beleuchtung zu jeder Jahreszeit wichtig ist. Auch hier findet sich bei Bedarf in einer Fachwerkstatt oder bei TÜV NORD Unterstützung. „Wer alle Punkte der Liste abgehakt hat, kann einem entspannten Auto-Frühling entgegenblicken“, fasst Bley zusammen.