Kreis Mettmann. Vor 80 Jahren, am 27. Januar 1945, wurde das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau durch Soldaten der Roten Armee befreit. In Deutschland wird seit 1996 am 27. Januar, dem „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“, der Verbrechen der NS-Herrschaft gedacht.
Im Rahmen einer Gedenkfeier im Neandertal erinnerten Landrätin Dr. Bettina Warnecke und Kreisarchivar Joachim Schulz-Hönerlage an die Opfer der NS-Verbrechen. In ihrer Ansprache betonte Landrätin Bettina Warnecke: „Der 27. Januar ist mehr als ein Datum – er ist eine Mahnung, nicht zu vergessen, was geschehen ist, und Verantwortung in Gegenwart und Zukunft zu übernehmen. Die Würde des Menschen ist unantastbar: Sie ist kein abstraktes Ideal, sondern ein Versprechen, geboren aus den Verbrechen der Vergangenheit. Dieses Versprechen verpflichtet uns, jeder Form von Ausgrenzung, Hass und Unmenschlichkeit entschieden entgegenzutreten – heute und morgen.“
Im August 2020 hatte der Kreis Mettmann im Neandertal gegenüber dem Neanderthal Museum das Gedenkzeichen „Heller Schatten” der Berliner Künstlerin Franziska Peter eingeweiht. Es mahnt mit Nachdruck an die schwerwiegenden nationalsozialistischen Verbrechen, die zwischen 1933 und 1945 an politisch Andersdenkenden sowie an all jenen verübt wurden, die zur Zwangsarbeit gezwungen waren. „Die dargestellte Person wird im Stehen gezeigt – nicht sitzend, nicht knieend, nicht gebeugt, nicht unterwürfig. Sie zeigt damit, dass der Mensch zwar gefesselt, geschlagen oder eingesperrt werden kann, dass er Schmerzen erleiden kann, aber dass dem Menschen letztlich seine Würde nicht genommen werden kann“, hebt Kreisarchivar Joachim Schulz-Hönerlage hervor.
Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des KZ Auschwitz-Birkenau, des größten Vernichtungslagers des NS-Regimes. In Deutschland wird seit 1996 an diesem Tag auf Anregung des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog an die Verbrechen und alle Opfer der NS-Herrschaft erinnert. Seit 2005 ist es auch der internationale Holocaust-Gedenktag der Vereinten Nationen.
Zu der Gedenkveranstaltung waren unter anderem der Landtagsabgeordnete Martin Sträßer, Mettmanns Bürgermeister André Bär, Kreistagsmitglieder sowie Vertreterinnen und Vertreter der Geschichtsvereine gekommen. Sie alle legten Blumen am Gedenkzeichen nieder. Für die musikalische Untermalung der Veranstaltung sorgte Bernd Bolsinger am Saxophon.
Die Dokumentation “Verfolgt, ausgebeutet, ermordet – Das Neandertal als Schauplatz nationalsozialistischer Verbrechen” kann auf der Homepage des Kreises www.kreis-mettmann.de heruntergeladen werden.


