Simone Kunkel-Grätz und Martin Haesen stehen dem Haaner SPD-Ortsverein vor. Foto: SPD

Haan. Erstmals in ihrer 121-jährigen Geschichte setzt die SPD Haan auf eine Doppelspitze. Bei der Jahreshauptversammlung haben die Genossinnen und Genossen Simone
Kunkel-Grätz und Martin Haesen an die Spitze der SPD Haan gewählt.

Beide hatten im Februar dieses Jahres den Vorsitz der Haaner SPD kommissarisch übernommen und erklärten auf der Jahreshauptversammlung, dass sie den bisher erfolgreich beschrittenen Weg der Erneuerung fortführen möchten.

„Es freut uns, dass wir mit der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, der AG60plus und neuen thematischen Arbeitskreisen, die Partei geöffnet und unser inhaltliches Profil geschärft haben“, zeigen sich Kunkel-Grätz und Haesen sichtlich zufrieden.

Unterstützt wird das Duo von der stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Anna Isljami, die zugleich in einer Doppelspitze bei den Jusos aktiv ist. Als Kassierer wurde Hans Lenz
wiedergewählt und Marek Kasper und Sabine Goetze unterstützen als neuer Schriftführer und als neue stellvertretende Schriftführerin den Ortsvereinsvorstand. Mit Max Plümacher, Felix Blossey, Bernhard Hadaschick, Friederike Dickmans, Laura Niehof und Julia Klaus als
Beisitzer*innen wird der Ortsvereinsvorstand durch eine Mischung von bisher tätigen und
neuen Vorstandsmitgliedern komplettiert.

SPD-Vorsitzende Kunkel-Grätz zeigt sich sehr zuversichtlich in Hinblick auf die Zusammenarbeit im neuen Vorstand, „wir haben es geschafft den Frauenanteil auf 50 Prozent zu erhöhen und werden die Perspektiven von Frauen und Familien noch stärker in den Blick nehmen.“

Dem pflichtet Co-Vorsitzender Martin Haesen bei und fügt hinzu, „es ist uns gelungen den Vorstand ein weiteres Mal zu verjüngen. Die Hälfte der Mitglieder des neugewählten Vorstandes sind Jusos und unter 35 Jahren alt. Der neue Vorstand zeichnet sich durch eine gute Mischung aus allen Generationen aus, die jeweils ihre Perspektiven einbringen
werden.“

So begann die Jahreshauptversammlung der Haaner SPD mit einem ausführlichen
Rechenschaftsbericht. „Mit über 37 Infoständen und Bürgerdialogen und sechs Polit-Stammtischen haben wir als SPD gezeigt, dass wir jederzeit ansprechbar und vor Ort aktiv sind. Das reicht von politischen Bildungsangeboten, wie dem Besuch der jüdischen
Kultusgemeinde in Wuppertal, einer Spendenaktion für die Haaner Tafel bis hin zur Etablierung eines Frühjahrsempfangs“, so Kunkel-Grätz.

Der Wert der Demokratie wurde auf der Jahreshauptversammlung mehrfach hervorgehoben. Mit einer klaren Sozialpolitik möchte man Antworten auf die vielfältigen Probleme dieser Zeit geben. Haesen sieht in dem 90 prozentigen Rückgang von preisgebundenen Wohnraum bis 2030 erhebliche soziale Sprengkraft, die auf die Haanerinnen und Haaner zukommen wird.

„Aus dem Grund müssen maximale Anstrengungen unternommen werden, damit man dieser sozialen Frage des Wohnens gerecht wird. Schließlich werden hiervon sämtliche Generationen betroffen sein.“

Das sah auch SPD-Fraktionsvorsitzender Bernd Stracke so und berichtete: „In Haan haben wir bei einem Neubau von 10 Wohneinheiten eine Quote von 30 Prozent preisgebundenen Wohnraum durchsetzen können. Düsseldorf zeigt uns aber, dass eine Quote von 50 Prozent möglich ist. So werden wir, um unserem Wahlprogramm gerecht zu werden, weiter auf mehrgeschossige Gebäude setzen und als Ratsfraktion Hand in Hand mit dem Ortsverein zusammenarbeiten.“

Aus dem Grund setzt die Haaner SPD auf ein klares soziales Profil. „Die Schere zwischen arm und reich geht immer weiter auseinander und die vielfältigen Krisen machen insbesondere den Menschen mit kleinerem Einkommen zu schaffen. An ihnen gehen die Preissteigerungen nicht spurlos vorbei und deshalb werden wir als SPD für die Menschen, die in schwieriges Fahrwasser geraten der soziale Anker sein,“ verdeutlicht Martin Haesen, der damit auf den beantragten Sozial-Pass der Ratsfraktion aufmerksam machte.

Mit Blick auf demokratiegefährdende Kräfte, die sich gegenwärtig im Aufwind sehen, unterstreichen die Genossinnen und Genossen ganz scharf ihre roten Linien. „Wir werden es nicht zulassen, dass sich die Demokratie selbst abschafft. Es darf keine falsche Toleranz
gegenüber der Intoleranz geben. Alle Demokratinnen und Demokraten müssen zusammenstehen. Die Geschichte hat uns gelehrt: Wehret den Anfängen und aus dem Grund werden wir uns immer zu Wort melden, wenn Menschen aufgrund ihrer Herkunft diskriminiert und ausgeschlossen werden,“ zeigen sich Kunkel-Grätz und Haesen überzeugt.