Die SPD Haan fordert nach einer Bahnhofsbegehung dringende Nachbesserungen. Foto: SPD Haan
Die SPD Haan fordert nach einer Bahnhofsbegehung dringende Nachbesserungen. Foto: SPD Haan

Haan. Eine Delegation der SPD Haan hat in dieser Woche den sanierten Haaner Bahnhof besichtigt. Jörg Dürr, mobilitätspolitischer Sprecher der Fraktion, Ratsherr und Mitglied im Verkehrsausschuss, nutzte den Ortstermin gemeinsam mit Martin Haesen Ratsmitglied und Mitglied des Verkehrsausschusses nicht nur für eine kritische Bestandsaufnahme der lokalen Baumaßnahmen, sondern fand auch deutliche Worte für die „verfehlte überregionale Infrastrukturpolitik der Deutschen Bahn“, wie es seitens der Sozialdemokraten heißt.


„Dass die hochgelobte Generalsanierung der Bahn ausgerechnet die veralteten Stellwerke
ausgespart hat, ist ein Treppenwitz zulasten unserer Fahrgäste“, kritisieren die beide SPD-Ratsherren Jörg Dürr und Martin Haesen gemeinsam mit Blick auf das anhaltende Chaos auf der Schiene. Die Folgen dieser Versäumnisse bekommen die Haaner Pendlerinnen und Pendler derzeit massiv zu spüren: Weil die Brücke in Opladen nur noch eingleisig befahren werden darf, verkehrt die wichtige Regionalbahnlinie RB48 aktuell nur noch im Stundentakt. Ein Zustand, der für die SPD angesichts der viel beschworenen Verkehrswende absolut inakzeptabel ist.

Aber auch direkt am frisch umgebauten Haaner Bahnhof sieht die SPD noch erheblichen
Handlungsbedarf. Im Fokus der Kritik steht dabei die unzureichende Aufenthaltsqualität bei
extremen Wetterlagen. So fehlt es nach Ansicht der Fraktion massiv an Regenschutz. Dürr
fordert daher eine Überdachung der Übergangsbrücke und der dazugehörigen
Treppenaufgänge. Zudem weist die aktuelle Konstruktion offenbar Baumängel auf: „Wie
Aufnahmen der vergangenen Woche‘ eindrücklich belegen, bilden sich nach Regenfällen direkt große Pfützen auf der neuen Übergangsbrücke. Da muss bei der Entwässerung umgehend nachgebessert werden“, stellt Dürr klar.

Neben dem Regenschutz pocht die SPD auch auf Konzepte für die zunehmenden
Hitzeperioden. Um den Bahnhof an die klimatischen Veränderungen anzupassen, fordern die Sozialdemokraten eine dunkle Verglasung der Rückseite der Wartehäuschen auf der Ostseite sowie weitere sinnvolle Klimaanpassungsmaßnahmen, die Schatten spenden und ein Aufheizen verhindern. „Denn nicht selten wartet man aufgrund von Bahnverspätungen länger am Haaner Bahnhof, wo man frontal der Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist“, so Dürr.

Darüber hinaus müssen auch bei der Technik noch dringend Hausaufgaben gemacht werden. „Es kann nicht sein, dass man bei Sonnenschein kein Ticket ziehen kann, weil sich das Licht auf den Displays der Fahrkartenautomaten derart bricht. Hier braucht es bauliche Anpassungen für eine bessere Sichtbarkeit“, bemängelt Dürr weiter. Auch bei der Barrierefreiheit und Fahrgastinformation hakt es noch gewaltig. „Zu guter Letzt muss zwingend die akustische Information der Reisenden sichergestellt werden. Wir fordern daher die Installation weiterer Lautsprecher auf der südlichen Seite der Bahnsteige, um wichtige Durchsagen flächendeckend verständlich zu machen“, bekräftigt Martin Haesen.

Die SPD-Fraktion kündigte an, die gesammelten Kritikpunkte in die nächste Sitzung des
Verkehrsausschusses einzubringen, um gemeinsam mit der Stadtverwaltung den Druck auf die Deutsche Bahn für rasche Lösungen zu erhöhen.