Haan. Nach dem Badeverbot am Stadtbrunnen sucht die SPD-Ratsfraktion nach weiteren neuen Wegen, um die Aufenthaltsqualität am Neuen Markt und in Gruiten während der Hitzesommer zu sichern.
Die zunehmenden Hitzesommer und Temperaturextreme stellen eine immer größere
Belastung für die Bürgerinnen und Bürger in Haan dar. Insbesondere stark versiegelte Flächen wie der Neue Markt heizen sich in den Sommermonaten massiv auf. Dies senkt nicht nur die Aufenthaltsqualität für Familien, Senioren und Kinder drastisch, sondern stellt zunehmend auch eine gesundheitliche Gefährdung dar. Erschwerend kommt hinzu, dass durch das kürzlich verhängte Bade- und Planschverbot am Stadtbrunnen auf dem Neuen Markt ein zentraler und beliebter Ort der Abkühlung weggefallen ist. Die SPD-Ratsfraktion hat daher einen offiziellen Prüfauftrag an Bürgermeister Vincent Endereß gestellt, um die Installation von sogenannten Sprühnebelduschen (Wassernebel-Systemen) im Haaner Stadtgebiet – insbesondere am Neuen Markt und in Gruiten – zu evaluieren.
„Als familien- und kinderfreundliche Kommune müssen wir zeitgemäße Antworten auf die
Hitzesommer finden“, bekräftigt der SPD-Fraktionsvorsitzende Jens Niklaus den Vorstoß
seiner Partei. Die Errichtung von Sprühnebelduschen, so Niklaus, könne den derzeitigen
schmerzlichen Verlust des Brunnens als Abkühlungsort abfedern und die Aufenthaltsqualität
in der Haaner Innenstadt an heißen Tagen nachhaltig verbessern. „Wir dürfen unsere
Mitbürgerinnen und -bürger mit der zunehmenden Hitze in der versiegelten Innenstadt nicht allein lassen“, mahnt der Fraktionschef weiter.
Sprühnebelduschen stellen eine hochwirksame, wassersparende und hygienisch sichere
Alternative zu herkömmlichen Brunnenanlagen dar. Die Systeme vernebeln Trinkwasser zu
mikrofeinen Tropfen. Durch die rasche Verdunstung auf der Haut wird der Umgebungsluft
Wärme entzogen, was für eine spürbare und angenehme Abkühlung sorgt.
Wie gut und ressourcenschonend diese Technik in der Praxis funktioniert, stellt Martin Haesen, Stadtratsmitglied und Mitglied des Umweltausschusses, dar. „Stark versiegelte Plätze wie der Neue Markt verwandeln sich im Sommer zunehmend in Hitzeinseln. Sprühnebelduschen schaffen hier eine dringend nötige, lokale Abkühlung bei minimalem Wasserverbrauch“, erklärt Haesen. Dabei müsse Haan das Rad keineswegs neu erfinden, betont der SPD-Stadtverordnete mit Blick über die Stadtgrenzen hinaus: „Wien ist mit rund 200 installierten Systemen bereits ein europäisches Vorbild. Städte wie Paris und Bordeaux, aber auch unsere Nachbarstadt Hilden, wo die Stadtwerke das Konzept aktuell sehr erfolgreich in der Fußgängerzone einsetzen, zeigen uns, wie gut dieser Weg funktioniert.“
Im Rahmen des Prüfauftrags soll die Stadtverwaltung nun darlegen, wie sich die
Anschaffungs- und Betriebskosten darstellen und welche technischen Voraussetzungen
erforderlich sind. Weiterhin soll geprüft werden, ob Fördermöglichkeiten oder Kooperationen zur Finanzierung herangezogen werden können.


