Um die unkontrollierte Vermehrung von freilebenden Katzen einzudämmen, müssten Maßnahmen getroffen werden, die auch Freigänger betreffen. Foto: Volkmann
Um die unkontrollierte Vermehrung von freilebenden Katzen einzudämmen, müssen Maßnahmen getroffen werden, die auch Freigänger betreffen. Foto: Volkmann

Haan. Für die kommende Sitzung des Ordnungsausschusses (BVFOA) am 23. Juni hat die SPDRatsfraktion Haan einen Antrag zum Erlass einer Katzenschutzverordnung eingereicht. Das
erklärte Ziel der Initiative ist die Einführung einer Kastrations-, Kennzeichnungs- und
Registrierungspflicht für freilaufende Katzen, die ein Alter von fünf Monaten überschritten
haben.


Bereits im Jahr 2023 hatte die SPD einen Vorstoß unternommen, um die unkontrollierte
Vermehrung freilebender Katzen im Stadtgebiet einzudämmen. Der damalige Antrag wurde
mehrheitlich abgelehnt, da die Verwaltung davon ausging, die Zuständigkeit läge
ausschließlich beim Kreis Mettmann. Nach neuesten Erkenntnissen ist diese Einschätzung
jedoch unvollständig: Kreisangehörige Städte können nach dem Ordnungsbehördengesetz
(OBG) sehr wohl eigene Verordnungen erlassen. Städte wie Erkrath und Wülfrath machen
dies bereits erfolgreich vor, zeigt sich die SPD-Ratsfraktion überzeugt.

Jens Niklaus, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion, kennt die Bedürfnisse der Tiere aus seinem
eigenen Alltag: „Als Katzenbesitzer weiß ich, wie das „System“ funktioniert: Unkastrierte
Freigängerkatzen paaren sich mit bereits verwilderten Katzen, die auch einmal Hauskatzen
waren. Die Welpen, die überleben werden ohne menschliche Unterstützung krank, leiden
unter Mangelernährung oder sterben elendig. Da nun feststeht, dass die Stadt Haan rechtlich
in der Lage ist, eine solche Verordnung zu erlassen, müssen wir diese Chance nutzen, um das
Leid auf unseren Straßen zu beenden.“

„Erfahrungen aus dem Tierschutz zeigen deutlich, dass sich Katzenpopulationen ohne eine
Kastrationspflicht rasant vervielfachen“, berichtet Fraktionsvorsitzender Niklaus. „Die
Leidtragenden dieser Entwicklung sind neben den Tieren vor allem die Tierheime und
ehrenamtlichen Tierschutzorganisationen, die regelmäßig mit aufgefundenen oder
ausgesetzten Katzen konfrontiert sind.“ Wie groß das Problem direkt vor Ort ist, zeigte sich
exemplarisch im August 2025: Die Aktionsgemeinschaft für Tiere Rheinland e.V. musste allein
an der Stelle „Im Höfgen“ 35 Katzen einfangen, tierärztlich versorgen und bei anderen
Organisationen unterbringen.

Christa Becker, sachkundige Bürgerin der SPD-Fraktion und selbst im Tierschutz engagiert,
betont die Dringlichkeit der Maßnahme: „Die Belastung für uns Ehrenamtliche ist enorm, da
uns in Haan ständig Katzen gemeldet werden, um die wir uns kümmern müssen. Eine
Katzenschutzverordnung mit Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht ist ein anerkanntes Instrument, das nicht nur Tierleid wirksam reduziert, sondern langfristig auch die
Tierschutzvereine und Kommunen entlastet. Besonders hervorzuheben ist, dass der Stadt
Haan hierdurch – bis auf die reine Erstellung des Verordnungsentwurfs – keinerlei Kosten
entstehen.“

Mit dem gestellten Antrag fordert die SPD-Fraktion die Verwaltung auf, zeitnah einen Entwurf
vorzulegen. Dabei sollen die Erfahrungswerte anderer nordrhein-westfälischer Kommunen wie
Erkrath und Wülfrath ausgewertet und Tierschutzvereine sowie Tierheime vor Ort aktiv in die
Umsetzung eingebunden werden.