Der Brexit treibt die Unternehmen weiter um. Foto: pixabay
Der Brexit treibt die Unternehmen weiter um. Foto: pixabay

Düsseldorf. Die Entscheidung der EU-Kommission über die Einleitung eines Vertragsverletzungsverfahrens gegen das Vereinigten Königreich sorge für Unsicherheiten bei Unternehmern, meint die IHK Düsseldorf.

Der Brexit ist auch Thema im Kreis Mettmann und der Region Düsseldorf. Aus dem Bezirk der IHK Düsseldorf unterhalten rund 1.000 Unternehmen regelmäßig Geschäftsbeziehungen mit dem Vereinigten Königreich. Rund 500 britische Unternehmen haben sich vor Ort angesiedelt.

„Der Brexit treibt unsere Unternehmen weiter um. Den großen Informations- und Beratungsbedarf zeigen unter anderem die mit 12.000 Klicks enorm hohen Zugriffszahlen auf unsere Help-Desk-Seiten. Hier hatten wir in den ersten zehn Wochen dieses Jahres bereits über zwei Mal so viele Zugriffe wie im gesamten Jahr 2020“, erklärt Ralf Schlindwein, Geschäftsführer International der IHK Düsseldorf.

Erneut Sand ins Getriebe bringe die Entscheidung der Europäischen Kommission, ein Vertragsverletzungsverfahren gegen das Vereinigte Königreich einzuleiten. „Das bedeutet für die Unternehmen mit UK-Geschäft neuerliche Unsicherheit – und das, nachdem die Firmen vorsichtig aufgeatmet und ihre Prozesse auf das vorläufig gültige Handelsabkommen ausgerichtet haben“, so Schlindwein. Die von der Kommission eingeleiteten Schritte und die Entscheidung des Europäischen Parlaments, das Handelsabkommen vorerst nicht zu ratifizieren, sorgten für Verunsicherung und würden einen doch noch harten Brexit nicht vollständig ausschließen.

„Ein harter Brexit würde bei den Unternehmen noch höhere Kosten verursachen und die Handels- und Investitionsbeziehungen zwischen der regionalen Wirtschaft und dem UK weiter verschlechtern. Bereits im Januar sind die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahr aus NRW um 24 Prozent zurückgegangen. Im Vergleich zum Jahr 2017 ist Großbritannien inzwischen vom drittwichtigsten Exportziel NRWs auf Platz 8 abgerutscht“, gibt Schlindwein zu bedenken. Die IHK empfiehlt Unternehmen mit UK-Geschäft daher, die Entwicklung im Auge zu behalten und sich für den „Worst Case“ zu wappnen.

Die IHK bietet dazu online unter www.duesseldorf.ihk.de mit dem Webcode 4225060 Informationen, Ansprechpartner und FAQs.