Nikolaus Paffenholz, Leiter Unternehmensservice bei der IHK. Foto: IHK
Nikolaus Paffenholz, Leiter Unternehmensservice bei der IHK. Foto: IHK

Düsseldorf. Laut einer aktuellen Untersuchung von Creditreform und dem Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung sind bundesweit rund 188.000 Unternehmen geschlossen worden – zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Im IHK-Bezirk zeigt sich ein differenzierteres Bild.


Die Schließungsraten liegen mit 6,4 Prozent in Düsseldorf und 6,2 Prozent im Kreis Mettmann deutlich über dem NRW-Durchschnitt von 5,7 Prozent. Im Vergleich der 53 Kreise und kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen belegen Düsseldorf und der Kreis Mettmann damit die Plätze 6 und 10. Auch bei den absoluten Zahlen sticht die Region hervor: 2025 wurden in Düsseldorf rund 2.333 Unternehmen geschlossen, im Kreis Mettmann rund 1.369 – nach Köln die höchsten Werte in Nordrhein-Westfalen. Bei der Einordnung dieser Zahlen ist allerdings zu berücksichtigen, dass in größeren Wirtschaftsstandorten auch mehr Unternehmen ansässig sind. Für den Vergleich der Regionen ist daher aus Sicht der IHK die Schließungsrate aussagekräftiger.

Zunehmend betroffen sind auch kleine und mittlere Unternehmen. Dabei schließen nicht nur Betriebe mit wirtschaftlichen Problemen, sondern auch Unternehmen mit guter oder mittlerer Bonität. Nur rund 13 Prozent der Schließungen standen im Zusammenhang mit einer Insolvenz. Als Gründe nennt Creditreform neben Finanzierungsschwierigkeiten auch den technologischen Wandel, steigenden Wettbewerbsdruck, den demografischen Wandel und den Arbeitskräftemangel.

Für die IHK Düsseldorf sind die hohen Schließungszahlen ein Warnsignal. „Wenn ein wirtschaftlich tragfähiges Unternehmen schließen muss, weil die Übergabe nicht rechtzeitig geregelt werden konnte, gehen unternehmerisches Know-how, Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Region verloren. Deshalb unterstützen wir Unternehmen dabei, sich frühzeitig mit der eigenen Nachfolge auseinanderzusetzen“, sagt Nikolaus Paffenholz, Geschäftsführer Unternehmensservice der IHK Düsseldorf.

Denn auch wirtschaftlich tragfähige Unternehmen können schließen, wenn sich keine geeignete Nachfolge findet. „Je früher Unternehmerinnen und Unternehmer mit der Planung beginnen, desto größer sind die Chancen, eine passende Nachfolgelösung zu finden und den Betrieb erfolgreich weiterzuführen“, so Paffenholz. Neben erfolgreichen Unternehmensnachfolgen sind Neugründungen entscheidend für einen starken Wirtschaftsstandort. Hier zeigt sich ein differenziertes Bild zwischen Düsseldorf und dem Kreis Mettmann. Im aktuellen NUI-Regionenranking 2025 des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn verbessert sich der Kreis Mettmann bundesweit von Platz 29 auf Platz 18 und gehört damit zu den Top 20 der 400 Kreise und kreisfreien Städte. Düsseldorf liegt aktuell auf Platz 25, nachdem die Landeshauptstadt im Vorjahr Rang 9 belegt hatte. Trotz dieser unterschiedlichen Entwicklung bleibt die unternehmerische Initiative in beiden Teilen des IHK-Bezirks überdurchschnittlich hoch. Der NUI-Wert liegt im Kreis Mettmann bei 185,8 und in Düsseldorf bei 182,4. Der Durchschnitt aller Kreise und kreisfreien Städte beträgt 145,3.

„Gerade in einer wirtschaftlich schwierigen Phase kommt es darauf an, bestehende Unternehmen zu erhalten und zugleich Raum für neue unternehmerische Ideen zu schaffen. Dafür haben wir in Düsseldorf und im Kreis Mettmann eine gute Ausgangsbasis, müssen aber weiter daran arbeiten, Gründungen, Wachstum und erfolgreiche Unternehmensnachfolgen zu erleichtern“, so Paffenholz.

Nordrhein-Westfalen zählt weiterhin zu den wichtigsten Start-up-Standorten Deutschlands und verfügt über eine breite Finanzierungsaktivität. Eine Herausforderung bleiben größere Wachstumsfinanzierungen. Düsseldorf ist als Start-up-Standort stabil und sichtbar, hat jedoch noch Potenzial, bei größeren Finanzierungsrunden weiter aufzuschließen.