Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf. Foto: IHK Düsseldorf/Felix Gemein
Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf. Foto: IHK Düsseldorf/Felix Gemein

Kreis Mettmann. Die Wirtschaft im Kreis Mettmann zeigt im Herbst 2026 erste Anzeichen einer Stabilisierung. Der Konjunkturklimaindex steigt gegenüber dem Vorjahr von 83,7 auf 87,5 Punkte, bleibt damit aber unter dem regionalen Durchschnitt von 90,0 Punkten. Auch ihre aktuelle Geschäftslage bewerten die Unternehmen etwas besser als vor einem Jahr. Gleichzeitig bleiben die Erwartungen für die kommenden Monate überwiegend pessimistisch.


Die Energiepreise sind – im Vergleich zum Vorjahr (47,34 Prozent) – mit 63,3 Prozent das größte Geschäftsrisiko für die Unternehmen im Kreis Mettmann. Geopolitische Spannungen und die Folgen des Iran-Kriegs treiben die Kosten. Das belastet die Betriebe direkt und schwächt zugleich die Kaufkraft der Verbraucherinnen und Verbraucher. Auch die Arbeitskosten bereiten den Unternehmen weiterhin Sorgen: 57,6 Prozent sehen darin ein wesentliches Risiko. Steigende Sozialabgaben und der Fachkräftemangel verteuern die Beschäftigung. Hinzu kommen die schwache Inlandsnachfrage (54,7 Prozent) und hohe Rohstoffpreise (47,5 Prozent). Die Belastungen treffen die Unternehmen somit gleich mehrfach. Steigende Kosten verteuern die Produktion, während die schwache Nachfrage es erschwert, höhere Preise an Kunden weiterzugeben. Das schränkt die finanziellen Spielräume ein und bremst Investitionen. „Gerade für den industriell geprägten Kreis Mettmann sind wettbewerbsfähige Standortbedingungen entscheidend. Wenn Energie und Arbeit immer teurer werden, verlieren unsere Unternehmen im internationalen Wettbewerb an Boden“, erklärt Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf.

Investitionen und Beschäftigung bleiben schwach

Die Unternehmen halten sich weiterhin mit Investitionen zurück. Der Saldo der geplanten Inlandsinvestitionen liegt bei minus 25,0 Punkten (Region: minus 13,2 Punkten), bei den Auslandsinvestitionen sogar bei minus 27,8 Punkten. Unsichere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und die schwache Nachfrage erschweren langfristige Entscheidungen.

Die Beschäftigungsaussichten bleiben besonders kritisch. Das zeigt ein Beschäftigungssaldo von minus 25,7 Punkten. Der Kreis Mettmann liegt damit deutlich unter dem regionalen Wert von minus 17,3 Punkten. Deutlich mehr Unternehmen planen einen Stellenabbau als Neueinstellungen. Vor allem im Einzelhandel ist die Zurückhaltung groß: Kaufzurückhaltung, hohe Energie- und Personalkosten sowie Bürokratiehemmnisse belasten die Unternehmen.

Auch bei den Auftragseingängen zeichnet sich keine Trendwende ab. Im produzierenden Gewerbe melden 44,7 Prozent der Betriebe weniger Aufträge als im Vorjahreszeitraum. Bei den Inlandsaufträgen liegt dieser Anteil sogar bei 53,6 Prozent. Das Auslandsgeschäft entwickelt sich etwas günstiger, kann die schwache Nachfrage aus dem Inland aber nicht ausgleichen.

„Wenn Unternehmen weniger investieren und beim Personal sparen, hat das langfristige Folgen für den Standort“, warnt Berghausen. „Die Betriebe brauchen wieder Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung. Sonst drohen wichtige Investitionen auszufallen und Beschäftigungsperspektiven verloren zu gehen.“

IHK fordert Umsetzung der Reformen statt weiterer Ankündigungen

Die IHK Düsseldorf sieht vor allem die Bundesregierung in der Pflicht. Sie muss die angekündigten Strukturreformen nicht nur ankündigen, sondern zeitnah umsetzen. Denn der Wirtschaft fehlt der entscheidende Antrieb: Private Investitionen und inländische Nachfrage kommen nicht in Schwung. Es fehlen wichtige Wachstumsimpulse, während der Wirtschaftsstandort zunehmend an Substanz verliert.

„Die Ursachen für die aktuelle Situation sind hinreichend bekannt. Unsere Mitgliedsunternehmen im Kreis Mettmann brauchen keine weiteren Ankündigungen, sondern spürbare Entlastungen“, betont Berghausen. „Es braucht eine entschlossene Standortpolitik, die rasch Wirkung entfaltet, Planungssicherheit schafft und die Wettbewerbsfähigkeit dauerhaft stärkt“.