Ballons fliegen durch die Luft. Foto: Pixabay
Ballons fliegen durch die Luft. Foto: Pixabay

Langenfeld. Seit 50 Jahren steht der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Langenfeld für gelebte Nächstenliebe, soziale Verantwortung und konkrete Hilfe für Menschen in schwierigen Lebenslagen. Was am 18. Juni 1976 mit der Gründung durch Giesela Nitsche und Gertrud Erven und einem kleinen Büro im Caritashaus an der Eichenfeldstraße begann, hat sich zu einer festen Größe in der sozialen Landschaft der Stadt entwickelt.


Grundlage der Arbeit des SkF ist ein christliches Menschenbild, das von Offenheit, Respekt und Wertschätzung geprägt ist. Die Hilfen und Unterstützungsangebote orientieren sich stets an den individuellen Bedürfnissen der Menschen.

Schon wenige Jahre nach der Gründung entstand durch das Engagement ehrenamtlicher Frauen die erste Kleiderkammer im Jugendheim St. Josef. 1988 zog der Verein an die Immigrather Straße um und übernahm gleichzeitig die Wohnungslosenhilfe mit der Fachberatungsstelle für Wohnungslose, Betreutes Wohnen und über die Jahre weitere flankierende Angebote für den Südkreis Mettmann. Mit dem Café Immi wurde ein Tagesaufenthalt für wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen geschaffen. Bis heute werden dort täglich rund 30 Gäste mit einer warmen Mahlzeit versorgt. Gleichzeitig bietet das Café Raum für Begegnung, Gespräche und menschliche Nähe. Aus einer Essensausgabe entstand die Tafel Langenfeld, die heute ca. 250 Kundenhaushalte pro Woche versorgt – ebenfalls flankiert von einem Beratungsdienst, der Allgemeinen Sozialberatung.

Aus der Kleiderkammer entwickelte sich über die Jahre das Sozialkaufhaus “ProDonna” inzwischen mit Schneiderwerkstatt an der Solinger Straße. Neben Kleidung, Schuhen, Schmuck und Haushaltswaren bietet “ProDonna” vor allem Beschäftigungs- und Wiedereingliederungsmöglichkeiten für langzeitarbeitslose Menschen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur sozialen Teilhabe. Ergänzt wurde der Bereich 2008 um die Haushaltsnahen Dienstleistungen. 2012 wurden diese Bereiche in eine gGmbH, SkF die Langenfeld Arbeit + Integration gGmbH, ausgegliedert.

Im Laufe der Jahre kamen weitere Aufgabenbereiche hinzu. Dazu zählen unter anderem der Betreuungsverein, der Vormundschaftsverein, die Frühen Hilfen sowie erzieherischen Hilfen sowie die Elternteil-Kind-Tagesgruppe. Heute beschäftigt der SkF Langenfeld rund 80 hauptamtliche Mitarbeitende. Unterstützt werden sie von etwa 150 ehrenamtlich Engagierten, die das Herzstück der Vereinsarbeit bilden.

„Dies alles müssen wir aus verschiedensten Finanzierungsquellen umsetzen und sichern. Das Café Immi und die Tafel Langenfeld wird beispielsweise überwiegend durch Spenden finanziert und aufrechterhalten“, erklärt Stephanie Krone, die seit 2017 Geschäftsführerin und seit 2026 Vorständin des SkF Langenfeld ist. „Hier sind wir allen Dauerspendern und Anlassspendern dankbar für die langjährige Unterstützung.“

Mit Blick auf die Zukunft betont Stephanie Krone: „Wenn wir an den SkF denken, denken wir an die Menschen und die vielen Geschichten dahinter. Seit 50 Jahren sind wir Seite an Seite mit den Langenfelderinnen und Langenfeldern unterwegs. In Zeiten, in denen öffentliche Gelder immer knapper werden und an vielen Stellen gestrichen wird, wird unsere Arbeit herausfordernder. Umso mehr ist es unser Ziel, die Herzlichkeit und Menschlichkeit nicht zu verlieren. Wir wollen auch in Zukunft genau dort sein, wo Hilfe gebraucht wird, und ein Ort bleiben, an dem sich jeder gesehen und wertgeschätzt fühlt.“

Das 50-jährige Bestehen wird am Freitag, 19. Juni, gefeiert. Um 11 Uhr beginnt ein Festgottesdienst in der Kirche St. Paulus in Berghausen. Im Anschluss findet ein Festakt mit Gästen aus Politik, Kirche und Verwaltung statt. Erwartet werden unter anderem Bürgermeister Gerold Wenzens, der Erste Beigeordnete Christian Benzrath, die SkF-Bundesvorständin Yvonne Fritz, der Bundestagsabgeordnete Klaus Wiener, Herbert Woopen vom Diözesan-Caritasverband sowie Michael Flanhardt und Bernd Sprenger vom Kirchenvorstand der katholischen Kirchengemeinde St. Josef und Martin.

Im Anschluss an den offiziellen Teil sind alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden eingeladen, gemeinsam das Jubiläum zu feiern.