
Kreis Mettmann. Wer einmal selbst auf dem Fahrersitz eines großen Fahrzeugs Platz genommen hat, sieht den Straßenverkehr mit anderen Augen. Genau dieser Perspektivwechsel sorgt bei den Pedelec-Kursen der Kreisverkehrswacht Mettmann regelmäßig für einen besonderen Aha-Moment. Unter dem Motto „Mobilität unter den Generationen“ geht eine erfolgreiche Pedelec-Kurssaison zu Ende.
In der Aktionswoche stand mit dem vorletzten Pedelec-Kurs des Jahres an der Kreisverwaltung noch einmal ein wichtiges Thema im Mittelpunkt: sichere und rücksichtsvolle Mobilität für alle Generationen mit dem Zusatzmodul „Toter Winkel“. Zwölf Pedelec-Kurse hat die Kreisverkehrswacht in diesem Jahr durchgeführt – und die Nachfrage war groß.
„Die Kurse waren durchweg sehr gut besucht, viele Veranstaltungen sogar ausgebucht. Die positive Resonanz zeigt: Das Interesse daran, sicherer mit dem Pedelec unterwegs zu sein, ist ungebrochen“, so die Kreisverkehrswacht. Dabei geht es längst nicht nur darum, auf dem Fahrrad sicher anzufahren, zu bremsen oder Kurven zu fahren. Die Kurse bieten vor allem die Möglichkeit, das eigene Verhalten im Straßenverkehr zu reflektieren und Gefahrensituationen aus unterschiedlichen Blickwinkeln kennenzulernen.
Ein besonderes Highlight ist das Zusatzmodul „Toter Winkel“, dass das Straßenverkehrsamt gemeinsam mit
der Kreisverkehrswacht anbietet, wenn ein geeignetes Fahrzeug zur Verfügung steht. Was von außen oft
kaum vorstellbar ist, wird im Fahrerhaus unmittelbar erlebbar. Dafür wechseln die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer kurzerhand die Perspektive und nehmen selbst auf dem Fahrersitz Platz. Der Blick aus dem
Fahrerhaus hinterlässt dabei bei vielen einen bleibenden Eindruck. „Es ist jedes Mal ein Aha-Effekt, wenn
die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst im Fahrerhaus sitzen und feststellen, wie eingeschränkt die Sicht
in bestimmten Bereichen tatsächlich sein kann“, berichten die Verantwortlichen.
Wer diese Erfahrung einmal gemacht hat, fährt anschließend häufig mit einem anderen Bewusstsein auf dem Pedelec durch den Straßenverkehr. Uta Heber-Wenzel, Amtsleiterin des Straßenverkehrsamtes und passionierte Radfahrerin, war selbst überrascht, wie groß der tote Winkel aus der Perspektive eines Lkw-Fahrerhauses tatsächlich ist – und wie wenig ein Fahrer von dort oben vom unmittelbaren Verkehrsgeschehen vor seinem Fahrzeug wahrnimmt. Ihre Erkenntnis aus dem Kurs: „Seitdem ich selbst einmal im Fahrerhaus gesessen habe, bleibe ich mit meinem Fahrrad an einer Ampel grundsätzlich hinter einem Lkw.“ Genau das macht den besonderen Wert der Kurse aus: Verkehrssicherheit wird nicht nur erklärt, sondern erlebt. Und davon profitieren Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer jeden Alters. Mit dem vorletzten Pedelec-Kurs des Jahres endet eine erfolgreiche Saison. Die Verantwortlichen von der Kreisverkehrswacht und für die Aktion Toter Winkel das Straßenverkehrsamt ziehen eine durchweg positive Bilanz.
Die Planungen für die nächste Pedelec-Saison laufen bereits. Auch im kommenden Jahr möchte die
Kreisverkehrswacht Mettmann wieder Pedelec-Kurse anbieten. Ergänzend sollen die Zusatzmodule des
Straßenverkehrsamtes – bei entsprechender Verfügbarkeit auch mit einem Fahrzeug und dem Modul „Toter
Winkel“ – für weitere praktische Erfahrungen sorgen.

