Der Vorsitzende der SPD im Kreis Mettmann: Pat Faßbender-Kreß. Foto: SPD
Der Vorsitzende der SPD im Kreis Mettmann: Pat Faßbender-Kreß. Foto: SPD

Kreis Mettmann. Wer schon in jungen Jahren ins Berufsleben gestartet ist, blickt mit 65 auf fast ein halbes Jahrhundert Arbeit zurück. Die SPD im Kreis Mettmann kommentiert: Wer 45 Arbeitsjahre voll hat, muss auch weiterhin spätestens mit 65 abschlagsfrei in Rente gehen dürfen.


„Dabei geht es nicht nur um einzelne Berufsgruppen“, erklärt der SPD-Kreisvorsitzende Pat Faßbender-Kreß. „Ob im Büro, im Betrieb, im Handwerk, im Verkauf oder im sozialen Bereich: 45 Arbeitsjahre sind ein ganzes Arbeitsleben. Körperlich anstrengende Tätigkeiten und Schichtarbeit kommen für viele als besondere Belastung noch hinzu.“

Die Rentendebatte dürfe Menschen nicht allein als Arbeitskräfte und ihren Ruhestand nicht bloß als Verlust für den Arbeitsmarkt betrachten. Hinter jeder Erwerbsbiografie stehe ein Mensch, der jahrzehntelang gearbeitet, Verantwortung übernommen und Beiträge gezahlt habe.

„Wer früh angefangen hat, hat häufig schon viele Jahre gearbeitet, bevor andere überhaupt in ihren Beruf einsteigen“, so Faßbender-Kreß. „Diesen Menschen nach 45 oder sogar noch mehr Arbeitsjahren zu erklären, ihr Ruhestand sei eine „Frührente“, wird ihrer Lebensleistung nicht gerecht.“

Besonders kritisch sieht die SPD ein Menschenbild, nach dem ein früherer abschlagsfreier Renteneintritt nur denjenigen zugestanden werden soll, die gesundheitlich nicht mehr arbeiten können. Für Menschen, deren Erwerbsfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen eingeschränkt ist, gibt es die Erwerbsminderungsrente. Die abschlagsfreie Rente nach einem langen Arbeitsleben verfolgt einen anderen Zweck.

„Es geht nicht um ein Almosen für Menschen, die nicht mehr können“, betont Faßbender-Kreß. „Es geht um Respekt vor Menschen, die 45 Jahre oder länger gearbeitet haben. Unser Ziel darf nicht sein, dass Beschäftigte so lange arbeiten, bis sie krank oder verschlissen sind. Gute Arbeits- und Rentenpolitik sorgt dafür, dass Menschen möglichst gesund in den Ruhestand kommen und nach einem langen Arbeitsleben noch die Zeit und die Kraft haben, ihren Lebensabend zu genießen.“

Der SPD im Kreis Mettmann sei bewusst, dass die gesetzliche Rente reformiert und dauerhaft finanziert werden müsse. Ebenso klar sei, dass die Anerkennung langer Erwerbsbiografien Geld koste.

„Die Frage ist nicht, ob wir die Rente finanzieren müssen, sondern wie gerecht wir die Kosten verteilen“, erklärt Faßbender-Kreß. „Wer 45 Jahre gearbeitet hat, darf nicht zum Lückenfüller einer unterfinanzierten Rentenpolitik gemacht werden. Große Vermögen und hohe Erbschaften müssen endlich einen stärkeren Beitrag zur Finanzierung unseres Gemeinwesens leisten.“

Eine Gesellschaft zeige ihre Werte nicht nur in wohlklingenden Worten über Respekt und Lebensleistung, sondern in ihren politischen Entscheidungen. Wer jahrzehntelang gearbeitet und das Land mitgetragen habe, habe Anspruch auf mehr als Dankesreden.

„Der Mensch ist mehr als seine Arbeitskraft“, so Faßbender-Kreß abschließend. „Wir sind es den Menschen schuldig, ihre Lebensleistung nicht nur mit netten Worten anzuerkennen. Deshalb gilt für uns: 45 Arbeitsjahre sind genug. Wer sie voll hat, muss spätestens mit 65 abschlagsfrei in Rente gehen dürfen.“