Ein Bus ist bei Dunkelheit unterwegs. Foto: Volkmann
Ein Linienbus ist bei Dunkelheit unterwegs. Foto: Volkmann

Gelsenkirchen. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr erhöht zum 1. Januar 2022 die Preise einiger ÖPNV-Tickets, führt aber auch neue Tarifangebote ein. 

Von einer „moderaten Erhöhung“ spricht der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr. Die Preise werden demnach zum 1. Januar 2022 differenziert nach Tickets angepasst. Tickets aus dem Jahr 2021 gelten bis Ende März 2022,

Reguläre Einzelkunden-Abonnements wie beispielsweise das Ticket 1000 und das Ticket 2000, das Sozial-Ticket sowie die Jobtickets (FirmenTicket, 100/100-Modell) werden „leicht unterdurchschnittlich“ erhöht.

Im sogenannten Bartarif steigt der Preis für ein Einzel-Ticket für Erwachsene erstmals seit drei Jahren um jeweils zehn Cent in den einzelnen Preisstufen. Die Preise für das BärenTicket, das Semesterticket und den Schulträgeranteil für das Schoko-Ticket werden proportional in Höhe des allgemeinen Erhöhungsmaßes von 1,7 Prozent angepasst. Stabil bleiben die Preise für Kinder-Einzel-Tickets: Sie kosten auch im kommenden Jahr 1,70 Euro. Der Eigenanteil des Schoko-Tickets für das erste und das zweite Kind bleibt für freifahrtberechtigte Schüler ebenfalls gleich. Und auch der Tarif für On-Demand-Verkehre wird nicht erhöht.

Notwendig geworden seien die Preiserhöhungen vor dem Hintergrund einer weiterhin angespannten Marktsituation. „Die finanzielle Situation der Verkehrsunternehmen bleibt auch im kommenden Jahr 2022 angespannt“, erklärt José Luis Castrillo, Vorstand des VRR. „Die moderate Preisanpassung um durchschnittlich 1,7 Prozent zum 1. Januar leistet einen wertvollen Beitrag, um die Kostensteigerungen z. B. durch Personalkosten zumindest teilweise kompensieren zu können.“

Neuerungen im ÖPNV in 2022

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr erhöht in 2022 nicht nur die Preise für Fahrkarten, sondern bringt einige Neuerungen auf den Weg. So etwa für Pendler zwischen der benachbarten niederländischen Provinz Gelderland und der Stadt Emmerich: Bislang können sie für ihre grenzüberschreitenden Fahrten den Rhein-IJssel-Express (RE 19) mit dem kompletten Sortiment des VRR-Tarifs nutzen. Auf dem Streckenabschnitt Arnhem – Zevenaar gilt zusätzlich das gesamte niederländische Ticketsortiment inklusive OV-Chipkaart. Ab 1. Januar 2022 wird die Gültigkeit der OV-Chipkaart nun auf die Stationen Elten, Emmerich am Rhein und Praest ausgeweitet.

Ab dem 1. April 2022 wird der VRR-Tarif für verbundübergreifende Fahrten mit den Linien RE2 und RE42 um das Tarifgebiet Dülmen des Westfalentarifs erweitert. Ab Dülmen und Buldern sind dann Direktverbindungen Richtung Süden nach Recklinghausen, Essen, Düsseldorf und Mönchengladbach zum VRR-Tarif möglich. Der Gültigkeitsbereich einiger Tickets wird automatisch erweitert.

„Auch dem Wunsch vieler Fahrgäste nach Ticketmodellen für eine flexiblere Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs kommt der VRR zu Beginn des Jahres nach“, so das Verkehrsunternehmen. Mit den neuen Flex-Ticket-Angeboten Flex25 und Flex35 startet der Verbund im Laufe des Januars und bietet Fahrgästen die Möglichkeit, in Kombination mit einem festen Grundbetrag rabattierte Einzel-Tickets zu lösen.

Das Flex-Ticket-Tarifmodell wird in den Preisstufen A1, A2, A3, B, C und D angeboten und ist ausschließlich digital verfügbar.