Der VRR hatte seine App grundlegend überarbeitet. Foto: Volkmann
Der VRR hatte seine App grundlegend überarbeitet. Foto: Volkmann

Gelsenkirchen. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) lässt seine Testphase um das „nextTicket“ zum Monatsende auslaufen. Der elektronische Tarik stand Pate für das landesweite E-Ticket-Projekt „eezy“ – entsprechend positiv fällt das Resümee des VRR zu modernen Tarifstrukturen aus. 

In den vergangenen Jahren durchlief der nextTicket-Test verschiedene Erprobungsstufen. Zuletzt stand den Fahrgästen an Rhein und Ruhr mit nextTicket 2.0 ein elektronischer Tarif zur Verfügung, der federführend von den Stadtwerken Neuss in Kooperation mit der Rheinbahn in Düsseldorf und dem VRR umgesetzt wurde. Der Preis wurde auf Basis der Luftlinie zwischen der Start- und Zielhaltestelle bestimmt. Diese Fahrpreisermittlung diente laut VRR auch als Vorbild für den landesweiten E-Tarif „eezy.nrw“.

Nach vier Jahren ziehen die Beteiligten im VRR Gebiet eine positive Bilanz. Seit dem Start von nextTicket im Frühjahr 2018 haben über die verschiedenen Erprobungsstufen insgesamt 18.000 registrierte Nutzer rund 200.000 Fahrten mit der neuen Ticketgeneration unternommen.

Kunden seien zufrieden mit dem neuen Ticketangebot und haben es positiv angenommen, resümiert der VRR zu den Ergebnisse aus der Marktforschung des mehrstufigen Praxistests. Wesentlich für die gute Resonanz sei zudem das optimierte Tarifsystem in der letzten Phase des Tests gewesen. Die Fahrgäste schätzten die transparente und leistungsgerechte Abrechnung im Anschluss an ihre getätigten Fahrten. Auch den Check-in/Check-out-Prozess hätten die Testteilnehmer als komfortabel empfunden. „Für einen wesentlichen Teil der Fahrgäste ist die einfache Handhabung ausschlaggebend“, so der VRR.

„Neue und innovative Vertriebswege mit bargeldlosen Bezahlformen sind für den ÖPNV ganz wichtig, um bisherige Gelegenheitsfahrer noch intensiver an Bus und Bahn zu binden. Die fortschreitende Digitalisierung bietet gerade auch für den Nahverkehr ein sehr hohes Potenzial, dass es zu heben gilt“, erklärt Stephan Lommetz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Neuss.

Zugang zum ÖPNV soll erleichtert werden

„Elektronische Tarife, wie es nextTicket 2.0 war und eezy ist, sind flexibel. Außerdem fallen Preissprünge zwischen den Tarifgebieten fallen weg und unsere Fahrgäste zahlen nur die Strecke, die sie tatsächlich gefahren sind. Mit diesem veränderten und vereinfachten Tarifansatz erleichtern wir unseren Kunden den Zugang zum ÖPNV“, sagt Klaus Klar, Vorstandsvorsitzender und Arbeitsdirektor der Rheinbahn.

„Mit dem Test wollten wir herausfinden, wie nextTicket angenommen und unter welchen Voraussetzungen diese neue Art des Zugangs zum ÖPNV von einer breiten Öffentlichkeit genutzt wird“, sagt José Luis Castrillo, Vorstand des VRR.

„Die Erfahrungen aus dem verbundweit durchgeführten Praxistest haben wir dann auch in die Entwicklung des landesweiten elektronischen Tarifs eingebracht. Wir möchten in der Anfangsphase zunächst Erfahrungen sammeln und eezy daran anknüpfend tariflich und technisch weiterentwickeln. Mit der Erweiterung der Funktionalitäten ist es zukünftig möglich, digitale Varianten abzubilden und weitere Segmente in den Tarif aufzunehmen. So wird eezy künftig in die Check-in / Be-out-Funktionalität eingebunden“, führt José Luis Castrillo dazu aus.

In einem landesweiten Rollout sind ab Dezember 2021 die eezy-Tarife der Verbünde, Tarifgemeinschaften und des Landes NRW gestartet. eezy ist bereits in der VRR App sowie in der „neuss mobil“ App der Stadtwerke Neuss sowie der Rheinbahn App integriert. In den nächsten Wochen soll der E-Tarif auch in den Apps weiterer Verkehrsunternehmen im VRR zur Verfügung gestellt werden. Die Apps sind kostenlos verfügbar für iOS- und Android-Geräte und stehen im App-Store von Apple und im Google-Play-Store als Downloads zur Verfügung.