Ein Schlüssel steckt dem Schloss einer Haustür. Foto: pixabay
Ein Schlüssel steckt dem Schloss einer Haustür. Foto: pixabay

Mettmann. Aktuell benötigen mindestens 80 geflüchtete Menschen aus Mettmann, die in den städtischen Unterkünften leben, darunter mehrere große Familien mit mehr als vier Personen, eine private Wohnung. In 2023 konnte das Team Mettmann der Flüchtlingshilfe des Caritasverbandes für den Kreis Mettmann mehr als 70 Personen bei der Vermittlung in Wohnraum unterstützen. Davon konnten 53 Menschen insgesamt 19 Wohnungen in Mettmann beziehen, 21 Personen sechs Wohnungen in benachbarten Städten.

Allerdings habe sich der Wohnungsmarkt speziell bezüglich kleinerer Mietobjekte seit 2022 stark verändert, so die Caritas: Gab es in 2022 noch gute Möglichkeiten, kleine Wohnungen für Einzelpersonen zu finden, hast sich dies nun minimiert. Aktuell suchen mindestens 15 alleinstehende Menschen Wohnungen. „Hier, aber natürlich auch bei größeren Wohnungen, wären wir sehr froh, wenn Vermietende auf uns zukommen“, so der Leiter des Caritas-Fachdienstes für Integration und Migration, Martin Sahler.

„Wir sind sehr froh, dass wir dank vieler Angebote im vergangenen Jahr so viele Menschen vermitteln konnten, obwohl sich der Mangel an bezahlbarem Wohnraum zunehmend bemerkbar macht und Vorurteile oft verhindern, dass Geflüchtete überhaupt zu einer Wohnungsbesichtigung eingeladen werden“, so Sahler weiter.

Grundsätzlich sei die Wohnungsvermittlung der Caritas-Flüchtlingshilfe Team-Arbeit. In enger Abstimmung werden Wohnungssuchende und Vermieter*innen zusammengebracht. Eine Liste mit den Wohnungssuchenden wird in Rücksprache mit den Beteiligten bezüglich Aufenthaltsstatus und Wohnsitzauflage sowie Wohnortwunsch laufend aktualisiert, teilt die Flüchtlingshilfe mit.

Die Beraterinnen und Berater der jeweiligen Geflüchteten bleiben während der bürokratischen Vorgänge und im späteren Mietverhältnis persönliche Ansprechpartner für Mieter, Vermieter und gegebenenfalls das Jobcenter. Ziel ist es, ein reibungsloses Wohnverhältnis in beiderlei Interesse zu gewährleisten.

Nicht zuletzt versucht die Caritas, Geflüchtete, die bereits über gute Deutschkenntnisse verfügen, zu befähigen, eigenständig nach Wohnungen zu suchen und begleite sie dann im Bewerbungsprozess und bei der Erledigung bürokratischer Hürden.

Im Mai 2021 hatte die Stadt Mettmann den Caritasverband beauftragt, Geflüchtete aus den sechs örtlichen Unterkünften bei der Wohnungssuche zu unterstützen. Grundvoraussetzung ist die Berechtigung zum Auszug aus den Unterkünften gemäß des jeweiligen Aufenthaltsstatus. Nur wenige dieser Personen haben keine sogenannte Wohnsitzauflage für die Stadt Mettmann mehr und könnten damit auch in andere Städte ziehen. So muss für den Großteil dieser Menschen Wohnraum in Mettmann gefunden werden.

Für die Stadt Mettmann sei die Arbeit der Caritas eine erhebliche Entlastung, weiß Martin Sahler: „Mit jeder Vermittlung wird Unterkunftsraum frei, der neu belegt werden kann und Druck bei der Unterbringung von zugewiesenen Personen nimmt. Denn die Stadt ist verpflichtet Unterkunftsraum zur Verfügung zu stellen. Wenn nichts frei ist, müssen neue Unterkünfte akquiriert werden, was wesentlich kostenintensiver ist. Außerdem führt eine zu enge Belegung zu Konflikten und psychischer Höchstbelastung der Menschen.“

Wohnungsangebote für Geflüchtete aus den Mettmanner Unterkünften nimmt der Fachdienst für Integration und Migration des Caritasverbands gerne entgegen unter [email protected].