Die Neandertalhalle an der Gottfried-Wetzel-Straße. Foto: André Volkmann
Die Neandertalhalle an der Gottfried-Wetzel-Straße. Foto: André Volkmann

Mettmann. Die Zukunft der Stadthalle ist ungewiss. Abriss oder Erhalt – eine endgültige Entscheidung, wie es mit dem denkmalgeschützten Gebäude weitergehen kann und soll, ist noch nicht gefällt worden. Der Streit um die Denkmalwürdigkeit der Halle, die 1982 eröffnet wurde, dauert an.

Im Oktober 2019 hatte das NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung erklärt, dass Ministerin Ina Scharrenbach entschieden hat, dass die Stadthalle in die Denkmalliste der Stadt Mettmann eingetragen werden muss. Mit dieser
Entscheidung waren die Pläne, die Halle in freier Planung zu modernisieren oder gar abzureißen, um eine moderne multifunktionale Halle zu errichten, vom Tisch. Nur wenn die Stadt ein neues schlüssiges Nutzungskonzept für das Areal der Stadthalle entwickelt,
wird das Ministerium Veränderungen des Denkmals oder gar den Abriss genehmigen. Deshalb muss dieser Bereich, zu dem auch noch das Mehrgenerationenhaus dazugezählt werden kann, ganz neu entwickelt werden.

„Alles ist noch völlig offen“, sagt der Technische Beigeordnete Tobias Janseps. Es komme vor allem darauf an, zuerst ein schlüssiges Nutzungskonzept mit den öffentlichen und privaten Nutzungen zu entwickeln, die am Standort der Stadthalle denkbar sind und die
Innenstadt als Ganzes voranbringen. Erst dann könne die Frage untersucht werden, ob die Stadthalle für die Umsetzung des Nutzungskonzepts restauriert, weiterentwickelt oder sogar abgebrochen wird.

Auf dem Weg hin zu einer Neuentwicklung dieses Quartiers möchte die Stadt neben der Politik die Bürgerinnen und Bürger, den Einzelhandel und die Vereine frühzeitig mitnehmen, um am Ende des Weges ein Konzept in den Händen zu haben, das von einer breiten
Öffentlichkeit getragen wird.

Die erste Bürgerinformationsveranstaltung dazu findet am Donnerstag, 22. Juni, um 18 Uhr im Rathaus (Altbau, Rathaussaal, zweiter Stock, bitte den Eingang vom Parkplatz hinter dem Rathaus benutzen) statt. Zwei Absolventinnen der Architektur, die aus Mettmann kommen, präsentieren ihre Ideen, Pläne und Konzepte für die Mettmanner Stadthalle, die sie für ihre Masterarbeit entwickelt haben. Spannend, denn beide haben völlig unterschiedliche Ansätze gewählt und ganz verschiedene Konzepte erarbeitet.

Johanna Foth, Absolventin der Peter Behrens School of Arts in Düsseldorf, macht aus der denkmalgeschützten Stadthalle ein Zukunftslabor, dass sie als Gegenpol zum Neanderthal-Museum setzt. Mettmann soll den Blick aus der Vergangenheit in die Zukunft richten.
Es entsteht ein Future LAB. Ihr Labor ist ein öffentlicher, zentraler Raum des Wissens, des Lernens und des Austausches. Themen wie Nachhaltigkeit sollen dort diskutiert werden. Das Gebäude schneidet sie für Durchgangsmöglichkeiten auf und ordnet und entwickelt für die Halle neue Nutzungsmöglichkeiten: Veranstaltungsraum mit Bühne für rund 200 Gäste, ein Gewächshaus als Lebensraum für Pflanzen und Insekten sowie Ausstellungs- und Lernräume und eine Cafeteria.

Lisa Krön, Absolventin der Fakultät für Architektur der RWTH Aachen, hat das bestehende Gebäude der Stadthalle in ihrer Planung nicht berücksichtigt. Sie entwirft ein ganz neues Kulturzentrum, in dem ein multifunktionaler Veranstaltungsraum, die Stadtbibliothek, die
Musikschule und die VHS untergebracht sind. In einem neuen, langen Gebäuderiegel schafft sie außerdem Platz für einen Mehrgenerationentreff, ein Bürgerbüro und eine kleine Kita. Sie möchte mit ihrem Entwurf eine Verbindung zwischen Außenring und Innenstadt schaffen, indem sie die Natur in die Stadt hineinholt. Damit möchte sie die Entwicklung der Innenstadt und den Standort Am Königshof als kulturelles Zentrum stärken.

Bevor die Entwürfe vorgestellt und erläutert werden, wird Yasmin Renges von der Unteren Denkmalbehörde einen Vortrag zum Thema Denkmalschutz halten und am Beispiel der Mettmanner Stadthalle aufzeigen, welche Kriterien bei der Beurteilung eines Gebäudes für die Denkmalbehörden ausschlaggebend sind, um es unter Schutz zu stellen.

Beigeordneter Tobias Janseps wird abschließend erläutern, wie die Stadt das Projekt und den Prozess weiter voranbringen möchte.