Das Evangelische Krankenhaus in Mettmann. Foto: André Volkmann/Archiv
Das Evangelische Krankenhaus in Mettmann. Foto: André Volkmann/Archiv

Mettmann. Dr. med. Rahime Gök-Manay ist die neue Chefärztin am Evangelischen Krankenhaus Mettmann Hier baut die Ärztin mit internistischer Facharztausbildung seit Anfang Oktober die neue Abteilung für Geriatrie, auch als Altersmedizin bekannt, auf.

Dr. med. Gök-Manay wechselte von der Paracelsus Klinik in Bad Ems, in der sie als Chefärztin für Geriatrie tätig war, nach Mettmann. Sie ist neben dem geriatrischen Schwerpunkt auch Fachärztin für Kardiologie und bringt eine breite Expertise der Inneren Medizin mit an das Krankenhaus. Am EVK Mettmann wird sie ab sofort eine geriatrische Abteilung etablieren, eine interdisziplinäre, medizinische Versorgung für Menschen, die im Durchschnitt über 70 Jahre und älter sind.

„Ziel der Akutgeriatrie ist es, die Patientinnen und Patienten nicht nur medizinisch zu stabilisieren und einer weiteren Verschlechterung des Gesundheits- und Allgemeinzustands entgegenzuwirken, sondern auch deren Selbständigkeit und Alltagskompetenzen so weit wie möglich wiederherzustellen. Wir behandeln unsere Patienten ganzheitlich und individuell“, erklärt die Chefärztin.

Viele der geriatrischen Patienten sind multimorbide, leiden also an einer Vielzahl von Erkrankungen, Einschränkungen oder Funktionsstörungen. In der Akutgeriatrie werden sie zum einen medizinisch versorgt, erhalten aber darüber hinaus weitere Therapien, die den körperlichen und psychischen Allgemeinzustand verbessern sollen. Dazu zählen Physiotherapie, Ergotherapie, Massagen, Wärmebehandlungen, Logopädie und die aktivierende Pflege. Deutlich wird auch, dass diese Versorgung nur durch eine enge Zusammenarbeit vieler Akteure umsetzbar ist. Ärzte, geschulte Pflegefachkräfte und Therapeuten sind gemeinsam mit dem Sozialdienst, Psychologen und Angehörigen im Austausch. Die Komplexität der geriatrischen Versorgung zeigt sich auch in der Verweildauer eines Patienten, der im Durchschnitt 14 bis 16 Tage im Krankenhaus versorgt wird. „Erst dann können wir wirklich sehen, wie oder welche Therapien gut anschlagen und den Patienten gut versorgt entlassen“ so Dr. med. Gök-Manay.

Die geriatrische Station beinhaltet derzeit 15 Betten und versorgt auf der dritten Etage des Krankenhauses vorwiegend internistische Patienten. Darüber hinaus werden auf einer weiteren Station auch betagte chirurgische Patienten betreut.

„Die Altersmedizin ist die Medizin der Zukunft. Die Menschen werden älter und kränker, so dass eine rein somatische Behandlung nicht immer ausreicht, um einen Patienten gut versorgt zu wissen, wenn er entlassen wird“, sagt Geschäftsführerin Jessica Llerandi. Sie plant das Haus in 2024 zu vergrößern, um die Behandlungskapazitäten dem wachsenden Versorgungsbedarf anzupassen. Hierzu gehört auch eine neue interdisziplinäre geriatrische Station.