Mettmann. Vor 80 Jahren, am 8. April 1945, wurde der 18-jährige Mettmanner
Friedel Diederich auf Befehl der SS im Neandertal erschossen. Das berichtet die Stadt Mettmann.
Friedel Diederich hatte sich von der Truppe abgesetzt und auf dem elterlichen Hof versteckt, da er nicht mit dem sogenannten „Volkssturm“ in den letzten Kriegstagen geopfert werden wollte. Er wurde dort durch Denunzierung von der SS aufgespürt, verhaftet und zum Tode verurteilt.
Augenzeuge und letzter Begleiter Diederichs war der Mettmanner Pfarrer Köhnen, der die letzten Stunden und das Leiden des jungen Mannes in der „Medamana“-Ausgabe vom Oktober 1957 sehr eindrücklich beschreibt und für die Nachwelt dokumentiert hat. Ein
Gnadengesuch Pfarrer Köhnens wurde vom SS-Standgerichtsoffizier abgelehnt und Diederich am Morgen des 8. April 1945 auf Befehl Himmlers als Deserteur hingerichtet. 8 Tage später war der Krieg in Mettmann zu Ende.
Das Mettmanner Bündnis für Toleranz und Zivilcourage möchte am 8. April um 17 Uhr durch eine symbolische Baumpflanzung Friedel Diederichs gedenken. Die Baumschule Pusch spendet dafür großzügigerweise einen Bergahorn. Der Kreis Mettmann als Grundstückseigentümer unterstützt dieses Gedenken und hat die Pflanzung genehmigt.
Der Pflanz- und zukünftige Gedenkort befindet sich an der Talstraße kurz vor der Regiobahnbrücke über das Neandertal auf der rechten Seite in Fahrtrichtung Neandertal-Museum / Erkrath. Interessierte sind eingeladen, an der Gedenkveranstaltung teilzunehmen und ein Zeichen für eine kritische und lebendige Erinnerungskultur in Mettmann zu setzen.