Bürgermeisterin Sandra Pietschmann und Denkmalpflegerin Yasmin Renges mit Friedrich Wilhelm Scherler und Sohn Frederik Scherler, den Eigentümern von Gut Heresbach, bei einem Rundgang über die historische Hofanlage. Foto: Kreisstadt Mettmann
Bürgermeisterin Sandra Pietschmann und Denkmalpflegerin Yasmin Renges mit Friedrich Wilhelm Scherler und Sohn Frederik Scherler, den Eigentümern von Gut Heresbach, bei einem Rundgang über die historische Hofanlage. Foto: Kreisstadt Mettmann

Mettmann. Das Gut Heresbach ist eines der bekanntesten Baudenkmäler Mettmanns. Die herrschaftliche Hofanlage liegt in einer Kurve der Bundesstraße 7 an der Stadtgrenze zu Wuppertal. Das Land Nordrhein-Westfalen hat für das denkmalgeschützte historische Ensemble in einem ersten Schritt 100.000 Euro für Sanierungsmaßnahmen bewilligt.

Mit diesen Fördermitteln sollen zunächst Schäden an der Bausubstanz des Wohnhauses behoben werden. Bei der Instandsetzung soll darauf geachtet werden, dass die verwendeten Materialien der Zeit entsprechen, in der das Gebäude errichtet wurde.

Bei einem Ortstermin machten sich neben Bürgermeisterin Sandra Pietschmann und der städtischen Denkmalpflegerin Yasmin Renges auch Vertreter der lokalen Presse und Verwaltungsmitarbeiter ein Bild von der Hofanlage. Mitglieder der Eigentümerfamilie Scherler, in deren Besitz Gut Heresbach seit mehr als 300 Jahren ist, führten die
Besucher über das Gelände. Dr. Yasmin Renges verwies in einem kurzen Vortrag auf die historische Bedeutung des Gutes.

So wurde dort 1498 der Humanist Konrad Heresbach geboren, dessen Namen noch heute eines der beiden Gymnasien in Mettmann trägt. Heresbach, ein Freund des berühmten Humanisten Erasmus von Rotterdam, war Erzieher des Erbprinzen Wilhelm V. von Cleve, dem späteren Herzog von Jülich-Kleve-Berg. Die ältesten Teile von Gut Heresbach gehen auf das 13. Jahrhundert zurück, die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1290. Seit 1986 steht Gut Heresbach unter Denkmalschutz.

Der Gutshof soll langfristig einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden. Hierfür stehen die Eigentümer und der Denkmalschutz in einem engen Austausch. Denkbar wäre eine erneute Nutzung als landwirtschaftlicher Betrieb, bei dem etwa alte Landwirtschaftstechniken angewandt und vermittelt werden. Dieser Prozess steht allerdings noch am Anfang.

„Wichtig ist es, dass nun mit der Akquise von Fördermitteln nach und nach die Anlage wieder auf Vordermann gebracht werden kann“, sagte Bürgermeisterin Sandra Pietschmann bei ihrem Besuch. Um in der Öffentlichkeit das Thema Denkmalschutz präsenter zu
machen, plant die Untere Denkmalbehörde der Stadt, in Zukunft ein Mal pro Monat ein ausgewähltes Baudenkmal mit seinen Besonderheiten öffentlich vorzustellen. Insgesamt sind in Mettmann 135 Gebäude als Baudenkmäler in die Denkmalliste eingetragen.
Hinzu kommen vier bewegliche Denkmäler und elf Bodendenkmäler sowie ein Denkmalbereich (Innenstadt).