Oberarzt Dr. med. Philipp Baldia, Chefarzt Dr. med. Georg Haltern, Oberärztin Dr. med. Eva Schmitz, Oberarzt Petros Kolliopoulos, Oberarzt Dr. med. Thomas Oetken und Oberarzt Dr. med. Hassan Jandali. Foto: EVK Mettmann
Oberarzt Dr. med. Philipp Baldia, Chefarzt Dr. med. Georg Haltern, Oberärztin Dr. med. Eva Schmitz, Oberarzt Petros Kolliopoulos, Oberarzt Dr. med. Thomas Oetken und Oberarzt Dr. med. Hassan Jandali. Foto: EVK Mettmann

Mettmann. Seit 2018 ist der Linksherzkathetermessplatz (LHKM) in der Klinik für Kardiologie im EVK Mettmann in Betrieb gewesen, nun ist die bestehende Anlage gegen eine moderne Katheter-Anlage ausgetauscht worden. Die Investition ist kostspielig, bringt aber Patienten und Ärzte viele Vorteile.


Doch bevor die neue Anlage in den Betrieb gehen konnte, galt es Ende April die bestehende LHKM-Anlage abzubauen und die Patientenversorgung für die Zeit der Umrüstung gut zu planen. „Wir haben elektive Patienten, also die Patienten, die mit einem Termin zu uns kommen vorgezogen, Notfälle wie Herzinfarktpatienten wurden zwischenzeitlich in anderen Krankenhäusern versorgt, der Rettungsdienst wurde natürlich über die kurzfristig nur eingeschränkte kardiologische Versorgung frühzeitig informiert“, erklärt Dr. Georg Haltern, Chefarzt der Klinik für Kardiologie im EVK Mettmann.

Nach dem Einbau und der Anbringung an der Deckenkonstruktion mussten noch sämtliche Schnittstellen konfiguriert werden, die finale Erlaubnis für die Inbetriebnahme gaben dann der TÜV und die Bezirksregierung. Die neue biplane Anlage zeichnet sich durch zwei unabhängig zu steuernde Röntgenröhren und ein hochmodernes Navigationsverfahren aus, das den Ärzten die Visualisierung und Kathetersteuerung im Gefäßsystem deutlich erleichtert. Patienten profitieren darüber hinaus von einer deutlich geringeren Strahlenbelastung und einer geringeren injizierten Menge des benötigten Kontrastmittels.

Das Herzkatheterlabor im EVK Mettmann ist rund um die Uhr besetzt, pro Jahr finden dort mehr als 1300 Untersuchungen und Interventionen statt. Neben geplanten diagnostischen Untersuchungen und interventionellen Eingriffen, ist die Hightech-Anlage auch im medizinischen Notfall, der Herzinfarktversorgung, unerlässlich. Denn: Noch immer ist der Herzinfarkt eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Durch den Verschluss eines Herzkranzgefäßes werden Teile des Herzmuskels von der Blutversorgung und damit von der Versorgung mit Sauerstoff abgeschnitten. Die Folge: Herzmuskelgewebe und Zellen sterben ab. Auch wenn die Sterberate in Deutschland gesunken ist, bleiben die lebensrettenden Faktoren für einen Patienten gleich: im Falle eines Infarktes benötigt er eine zeitnahe, leitliniengerechte, kompetente medizinische Diagnostik und Therapie.

Neben der Diagnose und Behandlung des Herzinfarktes behandelt das Team der Kardiologie auch die Vorstufen des Infarktes und erkennt mittels minimal-invasiver Katheteruntersuchungen bereits verengte oder beschädigte Gefäßstrukturen der Herzkranzgefäße. „Unser Ziel ist es natürlich, den Infarkt es gar nicht entstehen zu lassen und Verengungen, sogenannte Stenosen, im Gefäßsystem zu erkennen und zu behandeln. Das wird mit der vorgehaltenen Medizintechnik, die qualitativ auf einem überaus hohen Niveau ist, möglich, ergänzt Oberarzt Dr. Philipp Baldia.

Das ausgebaute kardiologische Spektrum samt 24-Stunden-Herzkatheter-Bereitschaft und angeschlossener Intensivmedizin ermöglicht laut Klinik die Diagnostik zur Risikoeinschätzung, die Durchführung sämtlicher komplexer Koronarinterventionen, Herzschrittmacher-Therapien und die akute Herzinfarktbehandlung.