Das Evangelische Krankenhaus in Mettmann. Foto: André Volkmann/Archiv
Das Evangelische Krankenhaus in Mettmann. Foto: André Volkmann/Archiv

Mettmann.  Am 7. November ist der erste Gast in die Kurzzeitpflege (KZP) am Evangelischen Krankenhaus Mettmann aufgenommen worden. Nun feiert die vollstationäre Pflegeeinrichtung am Krankenhaus 20-jähriges Jubiläum und hat rückblickend über 3000 Gäste, darunter viele Stammgäste, betreut.

Seinerzeit durch die Krankenhausgeschäftsführung geplant und umgesetzt, sollte die Kurzzeitpflege ein Bindeglied zum Krankenhaus sein, um Patienten zu übernehmen, die keine medizinische Versorgung mehr benötigen, aber auf eine Reha oder einen Platz in einer Pflegeeinrichtung warten und in der Zeit pflegerisch versorgt werden müssen. Daran hat sich bis heute auch nichts geändert, aber die 16 Plätze in der Einrichtung sind begehrt und werden größten Teils durch pflegende Angehörige gebucht, die verreisen möchten, eine Auszeit von der Pflege des Familienmitglieds benötigen oder aus anderen Gründen die pflegerische Betreuung in die Hände der KZP geben wollen.

„Wir haben unglaublich viele Stammgäste bei uns, die ihre Betreuungszeiten lange im Vorfeld buchen, damit die Angehörigen beispielsweise planbar in den Urlaub fahren können“, sagt Nicole Förster, Leiterin der Einrichtung. Die Kurzzeitpflege genießt in Mettmann, aber auch über die Grenzen des Kreises hinaus einen sehr guten Ruf, nicht zuletzt, weil die Gäste individuell und gleichzeitig gut strukturiert betreut und gefördert werden. „Wir bieten Spielenachmittage, backen gemeinsam, singen zusammen oder lesen vor. Zudem gibt es auch ein Bewegungsprogramm, kleinere Spaziergänge und Physiotherapie. Wir versuchen jedem Gast das zu geben, was er braucht, um sich bei uns wohlzufühlen“, so die Einrichtungsleiterin weiter. Rückblickend auf die vergangenen 20 Jahre war der jüngste Gast 22 Jahre als, der Älteste 103.

Das Alter ist grundsätzlich kein Kriterium für die Betreuungsaufnahme, es gibt nur wenige Gäste, die aufgrund der erforderlichen Betreuungsintensität nicht in der Kurzzeitpflege aufgenommen werden können. „Menschen mit einer Schwerstbehinderung und einer Demenz mit sogenannter „Hinlauftendenz“ können wir aus unterschiedlichen Gründen nicht so versorgen, wie es notwendig wäre“, erklärt Nicole Förster.

Jessica Llerandi Pulido, Geschäftsführerin des EVK Mettmann kennt die Kurzzeitpflege seit 13 Jahren und sieht auch, wie stark der Bedarf an Betreuungsplätzen gewachsen ist. „Wir sind wirklich stolz, so eine gut geführte Einrichtung zu haben, auch wenn wir nur 16 Gäste zeitgleich betreuen können. Die Menschen werden älter, Angehörige wohnen häufig nicht mehr im selben Ort und Betreuungsplätze in der Langzeitpflege sind absolut rar! Wir sehen ja selbst im täglichen Krankenhausalltag, dass der Patientenabfluss verstopft ist, weil wir für pflegebedürftige Patienten keine Anschlussversorgung finden. Die Kurzzeitpflege an unserem Haus ist immer voll und ich bin wirklich stolz auf dieses Pflegeteam, dass 24/7 für die Menschen hier arbeitet – ohne Pause. Vielen Dank dafür!“

Viel Zeit für eine Jubiläumsfeier bleibt in der Pflege nicht, dennoch gibt es für das Team in Kürze ein gemeinsames Essen und angestoßen wird auch – natürlich gemeinsam mit den Gästen, die rund um die Uhr im Fokus der Einrichtung stehen.