Mettmann. Bei der von Bürgermeisterin Sandra Pietschmann ausgerufenen Aktion „Spenden statt Böller“ ist eine Geldsumme von über 3.000 Euro gesammelt worden.
„Das ist ein großartiges Ergebnis“, so Bürgermeisterin Sandra Pietschmann. „Damit habe ich nicht gerechnet.“ Sie zeigte sich ebenso vom Erfolg der Spendenaktion überrascht wie Hans Duncker (AWO), Dr. Jürgen Winkelmann (Kinderschutzbund) und Lilo Löffler (SKFM). Insgesamt spendeten die Mettmanner 3220 Euro auf drei Konten. Auf die Konten des Kinderschutzbundes und der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände (AWO, Caritas, Diakonie, Der Paritätische und DRK) wurden jeweils 1200 Euro überwiesen, der SKFM erhielt 820 Euro.
Mit der Aktion „Spende statt Böller“ hatte Bürgermeisterin Pietschmann die Bürgerinnen und Bürger um finanzielle Unterstützung für drei ganz besondere Projekte gebeten. Wofür das Geld genau verwendet werden soll, berichteten Lilo Löffler, Dr. Winkelmann und Duncker am Mittwoch in einer Videokonferenz.
Der SKFM wird von den 820 Euro Gebrauchsgegenstände wie Toaster, Kaffeemaschinen und andere elektronische Geräte für seine Schutzwohnungen anschaffen, in denen Frauen, die häusliche Gewalt erfahren haben, untergebracht werden. „Da müssen wir immer mal wieder Geräte austauschen und neue anschaffen“, erklärte SKFM-Geschäftsführerin Lilo Löffler. Darüber hinaus soll das Geld in Kurse und Seminare fließen, in denen die Frauen unter anderem die Möglichkeit haben, ihr Selbstwertgefühl und ihre Selbstbehauptung wieder aufzubauen. „Wir wollen den Frauen, die teilweise traumatische Erfahrungen gemacht haben, das Rückgrat stärken“, fasste es Lilo Löffler zusammen.
Spendengelder werden vielfältig eingesetzt
Die fünf Begegnungsstätten der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände wollen älteren, bedürftigen und einsamen Menschen mit einem „Restaurantbesuch zu Hause“ eine Freude machen. Die Treffs werden Gutscheine von drei Mettmanner Restaurants verteilen, mit denen sich die Senioren ein leckeres Essen bestellen können, das zu ihnen nach Hause gebracht wird. Viele ältere Menschen würden unter der Corona-bedingten Isolation fürchterlich leiden. „Wir haben festgestellt, dass sie dramatisch abbauen. Da tut es gut, dass wir einigen jetzt eine so große Freude bereiten können. Das wird für sie ein Lichtblick sein“, so Duncker.
Dass auch Kinder und Jugendliche unter den Corona-Kontaktbeschränkungen leiden, bestätigte Winkelmann, Vorsitzender des Mettmanner Kinderschutzbundes. In der Hausaufgabenbetreuung, in der Kinder und Jugendliche normalerweise in Gruppen Hausaufgaben machen und auch zusammen spielen, ist dies bis auf Weiteres aufgrund der Räumlichkeiten nicht möglich. Deshalb bräuchte man für die Hausaufgabenbetreuung, die nun in Kleinstgruppen oder individuell durchgeführt werde, mehr Personal.
Viele ehrenamtliche Helfer gehörten zur Corona-Risikogruppe und könnten die Hausaufgabenhilfe zurzeit nicht unterstützen, so Winkelmann. Der Kinderschutzbund werde die Spenden dazu nutzen, mit bezahlten Kräften die Hausaufgabenhilfe fortzuführen. Dies sei auch deshalb dringend nötig, so der Vorsitzende, weil „bei vielen Schülern das Homeschooling zu Defiziten geführt habe, die wir versuchen, zu mindern“.