Das Evangelische Krankenhaus in Mettmann. Foto: André Volkmann/Archiv
Das Evangelische Krankenhaus in Mettmann. Foto: André Volkmann/Archiv

Mettmann. Die Deutsche Herzstiftung macht den Monat November Jahr für Jahr zum Veranstaltungszeitraum für die „Herzwochen“! Unter dem diesjährigen Motto „Herzkrank? Schütze Dich vor dem Herzstillstand“ beteiligt sich auch die Abteilung Kardiologie aus dem Evangelischen Krankenhaus Mettmann an der bundesweiten Aufklärungskampagne der Herzstiftung.

„Ich sehe es als unsere Pflicht und auch Verantwortung, als Experten im Bereich der Herzerkrankungen aufzuklären, zu sensibilisieren und damit einen Beitrag zu leisten, der den plötzlichen Herzstillstand im besten Fall verhindern kann!“, erklärt Chefarzt Dr. med. Georg Haltern die Teilnahme an den Herzwochen 2023.

Hintergrund ist, dass schätzungsweise 65.000 Menschen pro Jahr in Deutschland an einem plötzlichen Herzstillstand versterben und viele von ihnen bereits lang Jahre herzkrank waren. „Jeder Herztod ist einer zu viel, bedenkt man, dass es heute eine hochmoderne Diagnostik und Therapien gibt, um Herzerkrankungen, die zum Herztod führen, behandeln zu können“ so der Chefarzt weiter.

Dennoch, in erster Linie liegt die Herzgesundheit in den Händen der Menschen selbst. „Die Risikofaktoren, die ein Herz schwächen oder krankmachen können, sind unverändert. Diabetes, hoher Cholesterin, Nikotin und Alkohol, fehlende Bewegung – das sind Faktoren, die jeder im Auge haben muss, wenn das Herz, der Motor des menschlichen Körpers, gesund bleiben soll“, erläutert Dr. Haltern. Es gehe aber auch darum, verantwortungsbewusst auf seinen Körper zu hören, Warnzeichen zu erkennen und ernst zu nehmen und dann aktiv zu werden. „Die Symptome, die ein krankes Herz auslöst, sind vielfältig, zudem bei Mann und Frau auch unterschiedliche. Brustdruck, Herzrasen, Schwindel, Unwohlsein, Schmerzen in Arm oder Schulter – all diese Symptome können Hinweise auf eine Herzerkrankung sein“, sagt der Kardiologe.

Der erste Schritt ist der Weg zum Hausarzt und im Notfall auch in die Notaufnahme eines Krankenhauses. Im besten Fall sind die Symptome harmlos, im Ernstfall zählt jedoch jede Minute. Auch deshalb gibt es seit fast einem Jahr eine zertifizierte, sogenannte Chest Pain Unit in der Zentralen Notaufnahme des EVK Mettmann. Hier wird der akute und sich ankündigende Herzinfarkt Leitlinien gerecht behandelt – oder ausgeschlossen. „Kommen Sie lieber einmal zu viel, also zu spät zu uns. Wir sind froh um jeden Patienten, den wir direkt und unbesorgt nach Hause schicken können. Aber wir sind auch im Notfall die richtige Anlaufstelle“, so Chefarzt Dr. med. Haltern.

Dass das EVK Mettmann zu den Herzinfarktversorgern Nummer 1 im Kreis Mettmann zählt, zeigen auch die Zahlen. Die Abteilung wächst, die Patientenzahlen steigen und bereits Ende Oktober wurde mehr Patienten im Herzkatheterlabor behandelt, als im Jahr 2022. „Bei vielen Patienten konnten wir durch den minimal-invasiven Eingriff einen Infarkt verhindern – eben weil die Patienten die Warnzeichen erkannt und auch ernst genommen haben!“

Die Herzwochen sollen weiter dafür sensibilisieren. Chefarzt Dr. med. Haltern und die Oberärzte PD Dr. med. Michael Lindstaedt und Dr. med. Safouane Kharrat nehmen an drei Vortragsabenden Herzerkrankungen und Therapiemöglichkeiten in den Fokus.

Die Vorträge finden am 9., 16. und 23. November um 17.30h statt, im Anschluss stehen die Mediziner für Fragen zur Verfügung. Die Vorträge sind kostenfrei.

Das Programm in der Übersicht:

  • 9.11.2023
    „Der besondere Herzinfarkt – Herzinfarkt mit Herzstillstand“
    Chefarzt Dr. med. Georg Haltern
  • 16.11.2023
    „Bösartige Herzrhythmusstörungen – moderne Devicetherapie im EVK Mettmann“
    Oberarzt PD Dr. med. Michael Lindstaedt
  • 29.11.2023
    „Herzschwäche: Risikofaktoren für den plötzlichen Herztod“
    Oberarzt Dr. Safouane Kharrat