Der SKFM betreibt beispielsweise den "Laden“, der sich an der Neanderstraße 68-72 in Mettmann befindet. Foto: SKFM
Der SKFM betreibt beispielsweise den "Laden“, der sich an der Neanderstraße 68-72 in Mettmann befindet. Foto: SKFM

Mettmann. Der SKFM Mettmann beteiligt sich an der Aktionswoche der Freien Wohlfahrtspflege NRW unter dem Motto „Gehen hier bald die Lichter aus?“. Im Mittelpunkt steht die Forderung einer auskömmlichen Finanzierung sozialer Angebote. 

Bereits im letzten Oktober hatte der SKFM gemeinsam mit rund 25.000 Beschäftigten, Klienten und Angehörigen anderer Sozialverbände an einer der größten Kundgebungen der vergangenen Jahrzehnte vor dem Düsseldorfer Landtag teilgenommen. Während draußen jedes Plakat und jeder Wortbeitrag eindrucksvoll zeigte, unter welchem Druck der Offene Ganztag, Kitas bis hin zu Betreuungsvereinen, Beratungsstellen oder Pflege und weitere Sozialangebote stehen, ging es drinnen um den Landeshaushalt für das Jahr 2024. Einige Politikerinnen und Politiker zeigten sich beeindruckt von der Größe der Demonstration und stellten sich auf dem Podium der Diskussion um die Forderung „NRW bleib sozial!“

Trotz aller Solidaritätsbekundungen seitens der Politik hat sich die Lage seitdem nicht grundlegend geändert. Wenn überhaupt, werden Finanzierungen der sozialen Infrastruktur nur verzögert und nicht kostendeckend angepasst. Bis dahin müssen die Träger die Lücken aus eigener Kraft ausgleichen und können schnell in finanzielle wirtschaftliche Schieflage geraten.

Zudem stehen die Anpassungen der Zuschüsse in keinem Verhältnis zu den erheblichen tarif- und krisenbedingten Kostensteigerungen für Personal, Sachmittel und Energie. So sorgt nicht nur der gravierende Fachkräftemangel dafür, dass soziale Dienste und Einrichtungen weiter unter massivem Druck stehen. Es drohen starke Einschnitte bei Angeboten und Leistungen und daraus resultierende Versorgungsengpässe.

Daher protestieren die Verbände in der Zeit vom 10. bis zum 14. Juni erneut „gegen den Ausverkauf der sozialen Landschaft in NRW“. Mit einer besonderen Aktion setzt der SKFM an seinem Sitz an der Neanderstraße gegenüber dem Mettmanner Rathaus in dieser Woche ein deutliches Zeichen. Von außen sind die großformatigen dunklen Plakate in den Fenstern nicht zu übersehen, die auf den Notstand aufmerksam machen. Gleichzeitig gibt es im Inneren der sonst so hellen und einladenden Räumlichkeiten einen Eindruck von der Zukunft, sollten tatsächlich in einigen Bereichen die Lichter ausgehen.

„Wir als SKFM stehen seit mehr als 35 Jahren verlässlich an der Seite der Menschen in seelischer oder existentieller Not,“ erklärt Vorstandsvorsitzende Lilo Löffler. „Wir erleben jeden Tag, welche Bedeutung es für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und den sozialen Frieden hat, wenn die Unterstützung durch unsere qualitativ hochwertigen Angebote dazu führt, dass Menschen sich nicht weiter ausgegrenzt fühlen, sondern persönlich und sozial stabilisieren.“ Nötig seien politische gemeinschaftliche und umfassende Lösungen, um die soziale Infrastruktur und damit die Daseinsvorsorge zu sichern, so Löffler. Neben einer auskömmlichen Finanzierung sei zudem der Abbau der zunehmend komplexen und oftmals ineffizienten Bürokratie dringend notwendig.