Raimund Baisch, der Sohn des Künstlers Rudolf Christian Baisch, mit seiner Lebenspartnerin Ute Knepper und Bürgermeister André Bär. Im Lichthof in der ersten Etage des Rathauses sind Werke des Künstlers ausgestellt. Rechts eine Pelikan-Skulptur von Baisch. Foto: Kreisstadt Mettmann
Raimund Baisch, der Sohn des Künstlers Rudolf Christian Baisch, mit seiner Lebenspartnerin Ute Knepper und Bürgermeister André Bär. Im Lichthof in der ersten Etage des Rathauses sind Werke des Künstlers ausgestellt. Rechts eine Pelikan-Skulptur von Baisch. Foto: Kreisstadt Mettmann

Mettmann. Im Rathaus sind ausgewählte Spätwerke des Künstlers Rudolf Christian Baisch zu sehen, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Die zwischen 1975 und 1988 entstandenen Gemälde zeigen eine weniger bekannte
Seite des Künstlers, der viele Jahre in Mettmann lebte und
das Stadtbild mit seinen Werken nachhaltig prägte.


Die sechs ausgestellten Arbeiten entstanden in Rakeltechnik. Dabei wurden die Farben mit einem Spachtel auf die Leinwand aufgetragen und zu mystisch anmutenden, kosmischen Bildwelten verdichtet. „Ich weiß nicht, wie er darauf gekommen ist“, sagt Raimund Baisch über diese Schaffensphase seines Vaters. Die Bilder seien in einer Zeit
entstanden, in der „er körperlich nicht mehr so fit war“.

Den meisten Mettmannerinnen und Mettmannern dürfte Rudolf Christian Baisch als Bildhauer bekannt sein. Seine 1979 entstandene Schäfergruppe in der Fußgängerzone ist längst zu einem Wahrzeichen Mettmanns geworden. Generationen von Kindern haben auf den Schafen gesessen. Die Ohren der bronzenen Tiere sind von Kinderhänden blank poliert. Auch der Pferdebrunnen in der Mittelstraße stammt von Rudolf Christian Baisch.

„Tierplastiken und Skulpturen bilden eigentlich den Schwerpunkt im Werk meines Vaters“, erläutert Raimund Baisch. Gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin Ute Knepper und Bürgermeister André Bär eröffnete er die Ausstellung im Rathaus. Die gezeigten Werke stammen aus dem Nachlass des Künstlers. Drei der Bilder waren bereits 1989 im Rahmen
einer großen Einzelausstellung in der Mettmanner Stadthalle
zu sehen.

Insgesamt umfasst diese Werkgruppe rund 350 Gemälde in unterschiedlichen Formaten. Der Großteil befindet sich heute
in Böblingen, der Geburtsstadt Rudolf Christian Baischs. Ergänzt wird die Ausstellung durch eine Bronzeskulptur aus dem Jahr 1964, die Raimund Baisch der Stadt bereits vor einiger Zeit als Dauerleihgabe für das Rathaus überlassen hat. Die stark abstrahierte Tierplastik ist im Lichthof auf der ersten Etage zu sehen. Das Werk trägt den Titel „Orphische Harfe“ und stellt einen Pelikan dar. Während die beiden
weiteren Ausführungen der Skulptur in der Düsseldorfer Tonhalle und in Böblingen mit charakteristischen Harfensaiten ausgestattet sind, fehlen diese bei der Mettmanner Version.

Rudolf Christian Baisch wurde 1903 in Böblingen geboren. Nach einer Ausbildung zum Dentisten im Jahr 1919 eröffnete er 1928 eine eigene Praxis in Düsseldorf. Bereits 1931 entstanden erste plastische Arbeiten; im selben Jahr stellte er bei Mutter Ey in Düsseldorf aus.

Sechs Jahre später gab Baisch seine Praxis auf und begannein Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie. 1939 zog er nach Siegen, kehrte jedoch 1949 nach Düsseldorf zurück. 1959 ließ er sich in Mettmann nieder, wo er bis zu seinem Tod arbeitete und lebte. Rudolf Christian Baisch starb am 14. Dezember 1990. Seine Werke wurden in unzähligen Ausstellungen gezeigt. Arbeiten des Künstlers im öffentlichen Raum befinden sich unter anderem in Mettmann, Böblingen, Duisburg und Düsseldorf.