Das Heinrich-Heine-Gymnasium in Metzkausen. Foto: André Volkmann
Das Heinrich-Heine-Gymnasium in Metzkausen. Foto: André Volkmann

Mettmann. Der Rat hat am Dienstagabend nach dreistündiger Beratung mit großer Mehrheit die Verwaltung beauftragt, zum neuen Schuljahr fürs Heinrich-Heine-Gymnasium (HHG) einmalig eine zusätzliche Eingangsklasse bei der Bezirksregierung Düsseldorf zu beantragen.

Die Schule, die eigentlich auf vier Züge begrenzt ist, soll aufgrund der hohen Anmeldezahl zum Schuljahr 2024/2025 eine zusätzliche fünfte Klasse bilden. Darüber entscheidet letztlich die Bezirksregierung. Sie hatte auf Anfrage der Stadt bereits eine rechtliche Stellungnahme zu der Anmeldsituation an den weiterführenden Schulen und einer zusätzlichen Eingangsklasse am HHG abgegeben.

Darin teilte sie mit, dass eine zusätzliche Klasse zum aktuellen Zeitpunkt nicht genehmigungsfähig sei. Die Begründung ist schulrechtlicher Natur und berücksichtigt,
dass die Aufnahmekapazitäten am Konrad-Heresbach-Gymnasiums und an der Gesamtschule nicht ausgeschöpft seien. Damit bestätigte die Schulaufsicht die rechtliche
Einschätzung der Stadt.

„Losgelöst von unserer Aufgabe der sachlichen und fachlichen Einschätzung kann ich persönlich die Situation der Familien aber sehr gut nachvollziehen, die mit ihren Kindern
den nächsten Schritt der Schulkarriere planen, wobei die Erfüllung des Schulwunsches eine wichtige Rolle spielt“, sagte Bürgermeisterin Sandra Pietschmann. Deshalb werde sie den Ratsbeschluss persönlich unterstützen und zur Wahrung des Schulfriedens gegenüber der Bezirksvertretung vertreten, erklärte sie weiter. Sicherlich wäre es wünschenswert, jede Schule mit maximaler Kapazität auszubauen. Dies sei aufgrund der begrenzten
Schulgrundstücke und aus finanzieller Sicht nicht möglich und führe in fast allen Städten bei steigenden Schülerzahlen dazu, dass der Erstwunsch bei der Schulwahl nicht immer
berücksichtigt werden könne.

Deshalb sei es umso wichtiger, künftig eine verlässliche Schulplanung zu schaffen, die mit Abschluss des Masterplans vorliegen werde. Der Plan werde für alle Akteure verbindlich und klar kommuniziere, wie viele Kinder an welchen Schulen unterrichtet werden können und wie es mit der Verfügbarkeit der Plätze aussieht.

Bürgermeisterin Pietschmann forderte ebenso wie die Politik, dass die Schulen enger zusammenarbeiten und sich bei der Verteilung der Schülerinnen und Schüler besser abstimmen. Es dürfe nicht mehr passieren, dass Eltern und Kinder so lange wie in diesem Jahr auf eine Zusage warten müssten, ob sie an ihrer Wunschschule tatsächlich einen Platz
bekommen.

Vor der Abstimmung hatten sowohl die Sprecherin der Stadtschulpflegschaft, Nicole Ponschek-von Malottki, als auch der Vertreter der HHG-Schulpflegschaft, Marcus
Schwager, erklärt, dass sie sich in der Frage einer Mehrklassenbildung neutral verhalten. Zuvor hatten die Schulleitungen von HHG, KHG und Gesamtschule ein Statement abgegeben.

Eine zusätzliche fünfte Klasse am HHG bedeute, dass neben den geplanten zwei Klassen- und vier Fachräumen in Modulbauweise als Ad-Hoc Maßnahme im Masterplan Schulen zwei weitere Klassenräume zum neuen Schuljahr bereitgestellt werden müssen, führte der Technische Beigeordnete Tobias Janseps aus. Mit der Entscheidung für die zusätzlichen Klassen hat sich der Rat bereit erklärt, die entstehenden Mehrkosten zu tragen.

Noch in dieser Woche hat Bürgermeisterin Pietschmann bei der Bezirksregierung einen Termin und wird sich für die Mehrklassenbildung am HHG entsprechend der Ratsentscheidung einsetzen.