
Düsseldorf. Die Dienstmagd Maria aus Garzweiler und der Tagelöhner Wilhelm aus Jüchen gehörten zu den ersten 10 000 Rentnerinnen und Rentnern der Deutschen Rentenversicherung Rheinland: Am 17. März 1890 wurde die neue gesetzliche Rentenversicherung in Düsseldorf gegründet – heute vor 135 Jahren. Nur hieß sie damals noch anders. Nach zwei Namenswechseln firmierte sie ab dem Jahr 1900 unter dem geläufigen Namen Landesversicherungsanstalt (LVA) Rheinprovinz. Seit einer Organisationsreform der gesetzlichen Rentenversicherung im Jahr 2005 heißt sie Deutsche Rentenversicherung Rheinland.
Nicht nur der Name hat sich seit den Anfängen verändert, wie die Rentenversicherung Rheinland in einer Mitteilung erklärt. Das riesige Zuständigkeitsgebiet des Düsseldorfer Trägers ist seit dem Zweiten Weltkrieg auf die Regierungsbezirke Köln und Düsseldorf abgeschmolzen. Und mit immer neuen Aufgaben wuchs auch die Zahl der Mitarbeitenden. Während sich zu Beginn ganze 43 Beschäftigte um die Rente für Arbeiterinnen und Arbeiter über 70 Jahre kümmerten – nur diese durften das neue Altersruhegeld beanspruchen – hat der Düsseldorfer Rentenversicherungsträger heute rund 3750 Mitarbeitende.
Seit den 1990er-Jahren ist er nicht nur auf seine Hauptverwaltung an der Düsseldorfer Königsallee 71 beschränkt, sondern mit 13 Service-Zentren in vielen Städten und Gemeinden seines Zuständigkeitsgebietes vertreten. Von Anfang an gehörte neben der Rentenzahlung auch die Reha zu den Leistungen der Rentenversicherung. Im Jahr 1909 kaufte der Düsseldorfer Träger seine ersten beiden Kliniken. Eine davon gehört auch jetzt noch zu seinem Klinikverbund: die Klinik Roderbirken in Leichlingen. Heute betreibt die Deutsche Rentenversicherung Rheinland fünf Reha-Kliniken, bei einer sechsten ist sie Gesellschafterin.
Um Menschen in Arbeit zu halten oder wieder zu bringen, spielen Präventionsleistungen und die berufliche Rehabilitation eine immer größere Rolle. So finanziert die Deutsche Rentenversicherung Rheinland zum Beispiel auch Umschulungen und ist dafür an zwei Berufsförderungswerken in Oberhausen und Dortmund beteiligt.
Der digitale Wandel bestimmt bei der Rentenversicherung das heutige Arbeitsleben. Digitale Anwendungen werden rentenversicherungsweit weiterentwickelt und Prozesse automatisiert. Von dieser digitalen Transformation profitieren auch die Versicherten. Ein Meilenstein war der Start eines Online-Kundenportals im Jahr 2023.
Ein weiteres bestimmendes Thema ist das Recruiting, die Gewinnung der Nachwuchskräfte. Die Deutsche Rentenversicherung Rheinland gehört in ihrer Branche zu den größten Ausbildern in Düsseldorf. Entsprechend groß sind auch ihre Anstrengungen, in jedem Jahr neue Nachwuchskräfte für ihre anspruchsvollen Ausbildungsberufe zu gewinnen.
Vieles hat sich also im Laufe der 135jährigen Geschichte des Düsseldorfer Rentenversicherers geändert. Eines aber ist gleich geblieben: Auch heute noch regieren Versicherte und Arbeitgebende ihren Rentenversicherungsträger selbst. In dieser Selbstverwaltung üben gewählte ehrenamtliche Vertreterinnen und Vertreter einen maßgeblichen Einfluss aus, insbesondere auf die Organisation und den Haushalt der Deutschen Rentenversicherung Rheinland. Dieser ist mit 23,8 Milliarden Euro der zweitgrößte in Nordrhein-Westfalen, größer ist nur der des Landes.
Die Deutsche Rentenversicherung Rheinland hat als Teil der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland seit ihrer Gründung ihre Fähigkeit zur Anpassung an veränderte wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen immer wieder unter Beweis gestellt. Sie überstand Kriege, Währungsreformen, Wirtschafts- und Finanzkrisen und war ein wichtiger Stabilitätsfaktor bei der deutschen Wiedervereinigung. Sie ist ein verlässlicher Pfeiler des deutschen Sozialstaates.