Solingen / Wuppertal / Bergisch Gladbach. Die lange Tradition der Industriekultur ist aus der Bergischen Geschichte nicht wegzudenken. In vielen Stadtbildern und Landschaften hat sie bis heute Spuren hinterlassen. Es ist die Aufgabe von Museen, dieses industriekulturelle Erbe zu bewahren und für zukünftige Generationen zu vermitteln.
Die Industriemuseen des Landschaftsverband Rheinland spielen dabei im Bergischen Land eine besondere Rolle. In dieser Region sind allein vier der insgesamt acht Standorte der LVR-Industriemuseen beheimatet: Das Kraftwerk Ermen und Engels in Engelskirchen, die Papiermühle Alte Dombach in Bergisch Gladbach, die Gesenkschmiede Hendrichs in Solingen und die Textilfabrik Cromford in Ratingen.
Wie die Geschichten der Industriemuseen zeitgemäß für das Publikum von heute aufbereitet werden, stellen Mitglieder des Netzwerks Industriekultur im Rahmen des 5. Industriekultur-Konvents vor. Der Konvent findet am Montag, 12. Oktober, von 11 bis 16 Uhr im Deutschen Klingenmuseum in Solingen statt. Der Konvent wird jährlich vom Netzwerk Industriekultur Bergisches Land veranstaltet. Er ist öffentlich und kostenfrei.
„Wir freuen uns, dass sich so viele Industriekultur-Standorte aktiv der Frage stellen, wie sie mit ihren Geschichten weiterhin relevant für ihre Besucherinnen und Besucher bleiben“, erklärt Sandra Brauer, Vorsitzende des Netzwerks Industriekultur und Leiterin des Bergischen Museums für Bergbau, Handwerk und Gewerbe in Bergisch Gladbach. „Die große Auswahl an Freizeitaktivitäten sowie neue Sehgewohnheiten stellen hohe Ansprüche an ein Museum, wenn es attraktiv und konkurrenzfähig bleiben möchte.“
Im Fokus stehen fünf Häuser, die sich in den verschiedenen Stadien der Neuausrichtung befinden. Sie stellen praxisnah ihre unterschiedlichen Ansätze und Blicke auf neue Perspektiven, zeitgemäße Vermittlungsformen und vielfältige Erzählweisen der Industriekultur vor. Den Landschaftsverband Rheinland vertreten Claudia Gottfried, die Schauplatzleiterin der Textilfabrik Cromford in Ratingen sowie Nicole Scheda, die Schauplatzleiterin der Gesenkschmiede Hendrichs in Solingen.
Das Programm
- 11:10 Uhr – Gut Ding will Weile haben: Das Bergische Museum für Bergbau, Handwerk und Gewerbe in Bergisch Gladbach neu erzählt
- 11:50 Uhr – Was braucht ein Industriemuseum, damit es auch nach 25 Jahren noch begeistert? LVR-Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs, Solingen
- 13:30 Uhr – Rundgang durch das Deutsche Klingenmuseum Solingen mit dem Museumsleiter
- 14:30 Uhr – Multiperspektivisches Erzählen im neuen Museum für Frühindustrialisierung in Wuppertal
- 15:10 Uhr – 30 Jahre LVR-Industriemuseum Textilfabrik Cromford in Ratingen – Zeit für neue Perspektiven
Das Bergische Land war eine Keimzelle der Industrialisierung auf dem europäischen Kontinent. Viele authentische Standorte sind heute als Museen oder Industriedenkmäler erhalten und zeugen von der beeindruckenden Industriegeschichte der Region. Das Netzwerk Industriekultur Bergisches Land unterstützt seit 1997 die Erforschung und Dokumentation industriehistorisch relevanter Stätten, deren Aufbereitung für touristische Zwecke und die Entwicklung von Bildungs- und Programmangeboten.
Der Konvent ist öffentlich und kostenfrei. Eine Anmeldung ist bis spätestens Montag, 5. Oktober, unter kontakt@bergische-industriekultur.de möglich.


