Rund 60 Meter lang ist der Mittelbahnsteig der Haltestelle
Rund 60 Meter lang ist der Mittelbahnsteig der Haltestelle "Heesenstraße". Foto: Rheinbahn

Düsseldorf. An der Haltestelle „Heesenstraße“ der Stadtbahnlinie U75 stehen die Bauarbeiten für einen modernen, barrierefreien Hochbahnsteig kurz vor dem Abschluss.

Dafür waren umfangreiche Anpassungen der Gleis- und Fahrleitungsanlagen sowie des gesamten Straßenquerschnitts nötig. Der 60 Meter lange und 4,80 Meter breite Bahnsteig liegt zwischen den beiden Gleisen. Ein taktiles Leitsystem und eine Rampe an der Ostseite erleichtern das Ein- und Aussteigen für alle Menschen, vor allem aber für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste. Neben der Barrierefreiheit verbessern sich auch der Komfort und die Aufenthaltsqualität durch transparente, einsehbare Wartehallen, digitale Anzeigetafeln mit Vorlesefunktion, taktile Wegeführung und zusätzliche Überwege mit Signalanlagen.

Unmittelbar nach dem Spatenstich Anfang April 2022 folgten 18 Monate Bauzeit für die umfangreichen Arbeiten. Insgesamt fünf Sperrwochenenden waren für die Gleisbau- und Fahrleitungsarbeiten und für die Montage der 49 Betonfertigteile mit einem Kran nötig. Insgesamt sind rund 560 Meter Gleis, 500 Meter Fahrbahn und weitere 500 Meter Geh- und Radwege im Umfeld des Bahnsteigs neu entstanden. In den kommenden Wochen erfolgt der Rückbau der provisorischen Haltestellen hinter der Kreuzung. Gleichzeitig erneuert die Stadt Düsseldorf die Fahrbahnen der Heerdter Landstraße sowie den Straßenknotenpunkt mit der Wiesenstraße. Auch werden in den kommenden rund zwei Wochen die noch fehlenden Dächer an den beiden Wartehallen montiert. Material-Lieferprobleme haben bereits zu einer verzögerten Fertigstellung um vier Wochen geführt. Die ausführende Firma hat nun zugesichert, bis spätestens Mitte November für den nötigen Wetterschutz zu sorgen.
Die Rheinbahn hat sich nach dieser Zusicherung und in Abwägung aller Umstände entschieden, die Haltestelle trotz der fehlenden Dächer in Betrieb zu nehmen. So steht den Fahrgästen die Barrierefreiheit ab sofort zur Verfügung, die Nacharbeiten können beginnen und die Verkehrssituation im Baubereich wird wieder normalisiert.

Durch den barrierefreien Ausbau können die rund 1.667 Fahrgäste, die pro Tag diese Haltestelle nutzen, deutlich schneller und komfortabler ein- und aussteigen. „Zugangsbarrieren abzubauen ist ein wichtiger Faktor, um den Nahverkehr noch attraktiver zu machen und noch mehr Menschen zum Umsteigen auf unser klimafreundliches Mobilitätsangebot zu bewegen“, so Rheinbahn-Vorstand Michael Richarz. „Durch die Vorzüge moderner, barrierefrei gestalteter Bahnsteige erhöhen wir die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger, den ÖPNV anstelle des eigenen Pkws zu nutzen“, ergänzt Jochen Kral, Dezernent für Mobilität und Umwelt der Landeshauptstadt Düsseldorf. „Gemeinsames Ziel der Stadt und der Rheinbahn ist es, die Haltestellen so auszubauen, dass sie den Mobilitätsbedürfnissen aller Bevölkerungsgruppen entsprechen.“

Mit der Haltestelle „Heesenstraße“ ist die sukzessive Komplettierung der Barrierefreiheit im Stadtteil Heerdt abgeschlossen; die hintereinander liegenden Stadtbahnhaltestellen „Heerdter Krankenhaus“, „Nikolaus-Knopp-Platz“, „Heesenstraße“ und „Aldekerkstraße“ sind nun alle mit Hochbahnsteigen ausgestattet. Zeitgleich mit der Stadtbahnhaltestelle hat die Rheinbahn zudem die Bushaltestelle „Heesenstraße“ der Linien 805, 862 und 863 in Fahrtrichtung Westen modernisiert und barrierefrei ausgebaut. „Auch wenn es während der Bauarbeiten Einschränkungen für die Anwohnenden und den Verkehr gab, so freuen wir uns jetzt umso mehr, dass wir mit der Heesenstraße eine weitere moderne und barrierefreie Haltestelle entlang der Linie U75 in unserem Stadtteil haben“, so Bezirksbürgermeister Rolf Tups.

Der Umbau der Haltestellenanlage – einschließlich der Gleis- und Straßenbauarbeiten sowie der Arbeiten der Netzgesellschaft Düsseldorf – hat rund 7,5 Millionen Euro gekostet. Den barrierefreien Ausbau hat der Zuschussgeber Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) aus Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen mit 5,7 Millionen Euro gefördert. Die Planungskosten und einen Eigenanteil trägt die Rheinbahn. „Barrierefreiheit macht den ÖPNV kundenfreundlicher – und attraktiver ÖPNV ist maßgeblich für die Verkehrswende. Mit dem barrierefreien Ausbau von Haltestellen möchten wir, dass alle Menschen, die auf eine leistungsstarke öffentliche Mobilität angewiesen sind, problemlos Bus und Bahn nutzen können. Die Nahverkehrsakteure in NRW investieren daher seit vielen Jahren in den Neu- und Ausbau der Nahverkehrsinfrastruktur für eine zukunftsfähige und klimaschonende öffentliche Mobilität“, sagt Gabriele Matz, Vorstandssprecherin des VRR.