Düsseldorf. Für die Unternehmen in Düsseldorf und der Region sind leistungsfähige Rheinquerungen eine unverzichtbare Voraussetzung für funktionierende Lieferketten, verlässliche Kunden- und Pendlerverkehre sowie wirtschaftliche Wertschöpfung.
„Die Entwicklung an den Düsseldorfer Rheinbrücken bleibt für die Wirtschaft problematisch. Kaum ist die Josef-Kardinal-Frings-Brücke wieder vollständig freigegeben, steht bereits die nächste Einschränkung im Raum: Nach den aktuellen Planungen wird der Verkehr in Fahrtrichtung Neuss künftig nur noch einspurig geführt.“, so Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf.
Wenn als Konsequenz eine Fahrspur auf der ohnehin bereits auf 7,5 Tonnen abgelasteten Brücke für den Pkw-Verkehr entfallen soll, verschärft das die Lage für den Wirtschafts- und Lieferverkehr erheblich. Gleichzeitig plant die Stadt Düsseldorf ab dem Winter Sanierungsarbeiten an der Theodor-Heuss-Brücke.
Bereits heute ist die Josef-Kardinal-Frings-Brücke auf Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen und die Theodor-Heuss-Brücke auf 3,5 Tonnen beschränkt. Damit stehen dem Wirtschaftsverkehr immer weniger leistungsfähige Rheinquerungen zur Verfügung. Zusätzliche Einschränkungen führen zu längeren Fahrzeiten, höheren Kosten und wachsender Unsicherheit bei Transporten und betrieblichen Abläufen.
„Dass bereits kurz nach der vollständigen Freigabe der Brücke erneut Fahrspuren reduziert werden müssen, ist kein gutes Signal für den Wirtschaftsstandort. Wir appellieren daher an Straßen NRW, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Leistungsfähigkeit der Josef-Kardinal-Frings-Brücke zu erhalten. Wenn die Kragarme nicht mehr sicher genutzt werden können, darf die Lösung nicht automatisch zulasten des ohnehin stark eingeschränkten Kfz- und Wirtschaftsverkehrs gehen“, fordert Berghausen.
Aus Sicht der IHK Düsseldorf müssen nun alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um die Leistungsfähigkeit der Josef-Kardinal-Frings-Brücke für den Wirtschaftsverkehr zu erhalten. Deshalb sollte geprüft werden, ob der Fuß- und Radverkehr vorübergehend auf alternative Rheinquerungen verlagert werden kann, etwa über eine reaktivierte Hammer Rheinfähre oder andere geeignete Verbindungen. Ziel muss es sein, die vorhandene Straßenkapazität so weit wie möglich für den Wirtschaftsverkehr zu sichern.
Die aktuelle Entwicklung zeige einmal mehr, wie fragil die Verkehrsinfrastruktur in der Region inzwischen sei, so die IHK. “Kaum ist eine wichtige Rheinquerung wieder vollständig nutzbar, werden bereits neue Einschränkungen erforderlich. Marode Brücken dürfen nicht schrittweise zu immer neuen Engpässen führen. Erforderlich sind beschleunigte Planungs- und Genehmigungsverfahren, klare Prioritäten bei Ersatzneubauten, tragfähige Interimsmaßnahmen sowie eine enge Abstimmung aller beteiligten Baulastträger. Nur so lassen sich die Erreichbarkeit des Wirtschaftsstandorts, funktionierende Lieferketten und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen langfristig sichern”.


