Die Künstler mit Professor Vater und Professor Cordes vor einigen der ausgestellten Kunstwerke im Garten der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik Foto: Kaiserswerther Diakonie
Die Künstler mit Professor Vater und Professor Cordes vor einigen der ausgestellten Kunstwerke im Garten der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik Foto: Kaiserswerther Diakonie

Düsseldorf. Ab sofort lädt die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Florence-Nightingale-Krankenhaus in ihren weitläufigen Klinikgarten ein. Bis Ende Oktober können Kunst- und Naturliebhaber, Spaziergänger und Interessierte in den Laubengängen 24 Kunstwerke von 21 Studierenden der Hochschule der Bildenden Künste Essen entdecken, betrachten, auf sich wirken lassen und darüber ins Gespräch kommen. Die Gartentür am Haus Johannisberg ist täglich von 16 bis 17 Uhr geöffnet.


Die ausgestellten Kunstwerke sind so unterschiedlich wie die Menschen, die sie erschaffen haben. Die Künstler:innen sind Studierende der Hochschule der Bildenden Künste Essen, die in einem Seminar mit dem renommierten Künstler Prof. Markus Vater den Garten besuchten. Eine ehemalige Patientin, ein Kunsttherapeut und ein Arzt schilderten ihre persönlichen Perspektiven auf Kunst. Aus diesen Eindrücken heraus haben die Studierenden die Kunstwerke speziell für die Ausstellung im Klinikgarten geschaffen. Jetzt ist die Ausstellung bei einem Sommerfest mit Künstlerinnen, Patient:innen, Mitarbeitenden und Besucher:innen eröffnet worden.

„Mit der Ausstellung will die Klinik als kultureller Ort entdeckt und in das soziale Leben integriert werden“, erklärte Prof. Dr. med. Joachim Cordes die Motivation für die jährlichen Kunstausstellungen. „Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass Kunst Wahrnehmung anregt, emotionale Prozesse unterstützt und Räume für Reflexion und Austausch schaffen kann. Über Kunstwerke kann Kommunikation angebahnt werden, sodass ein Austausch über die eigene Situation entstehen kann.“

Welche Wirkung Kunst entfalten kann, schilderte eine frühere Patientin, die sich letztes Jahr wegen schwerer Ängste zur Behandlung in die Klinik begeben hatte. Für ihre Gefühle habe sie damals keine Sprache gefunden. Obwohl Sprache beruflich ihr Medium sei, fand sie keine Worte, um sich und ihre Gefühle auszudrücken. In der Behandlungszeit, insbesondere bei Spaziergängen im Klinikgarten und beim wiederkehrenden Betrachten der Kunstwerke habe sie die Natur und die Kunst für sich entdeckt. Das habe ihr gut getan. Und durch die Beschäftigung mit Kunst habe sie für das Unaussprechliche eine Sprache gefunden.

„Neben dem ästhetischen Aspekt hat Kunst immer auch einen heilenden Aspekt, bietet die Möglichkeit zur Selbstreflektion, zum Austausch, zur Konfrontation mit schwierigen Themen und auch Inspiration“, erläuterte Kunsttherapeut Simon Dierkes.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, die Ausstellung der Bannerkunst im weitläufigen Klinikgarten mit seinen stillen Winkeln und lauschigen Plätzen zu entdecken. Die Ausstellung ist bis zum 31. Oktober täglich von 16 bis 17 Uhr geöffnet. Wer am geführten Rundgang mit den Künstlern am 21. Oktober um 16 Uhr teilnehmen möchte, meldet sich bis zum 14. Oktober an: www.florence-nightingale-krankenhaus.de.