Essen. Die Volkshochschule (VHS) Essen zeigt ab Donnerstag, 19. November, die Installation „GewaltenFormen“ über strukturelle Gewalt gegen Frauen. Entwickelt haben sie die Dortmunder Künstlerinnen Klara Kron und Franci Schönhöfer. Zur Eröffnung um 18 Uhr in der Neuen Galerie in der VHS am Burgplatz sprechen Bürgermeisterin Julia Jacob und Gleichstellungsbeauftragte Barbara Wolf ein Grußwort. Zudem geben Vertreterinnen des Frauenhauses Essen, des Lore-Agnes-Hauses und von Distel Einblicke in ihre Arbeit und ihre Unterstützungsangebote.
Das Projekt begann als Masterabschluss von Kron und Schönhöfer, die beide Szenografie und Kommunikation an der Fachhochschule Dortmund studierten. Im November 2025 stand der orangerote Turm das erste Mal auf Plätzen in der Dortmunder Innenstadt und Nordstadt. Im Jahr 2026 wurde die Installation inhaltlich sowie künstlerisch weiterentwickelt und erweitert. Die aktuelle Wanderausstellung durch das Ruhrgebiet wird gemeinschaftlich gefördert und finanziert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, das Regionales Kultur Programm, Soziokultur NRW, die Stadt Oberhausen, Dortmund Kreativ und das Kulturforum Witten.
Die Künstlerinnen wollten Passanten erreichen, die keine Galerie betreten würden. In Essen übernimmt das VHS-Haus am Burgplatz diese Rolle. Wer zum Sprachkurs, zum Vortrag oder zur Prüfung kommt, geht an der Installation vorbei. Geöffnet ist sie werktags bis 21 Uhr.
„Gewalt gegen Frauen geschieht in Essen wie in jeder anderen Stadt, und meist sieht niemand hin“, sagt Tabea Hower, Programmbereichsleiterin Kunstbetrachtung an der VHS. „Diese Gewalt bleibt oft unsichtbar. Die Ausstellung macht sie sichtbar, und zwar dort, wo täglich Hunderte Menschen ein- und ausgehen.“
An mehreren Stationen vermitteln Text, Grafik und Sound Fakten zu Gewalt gegen Frauen. Die Inhalte richten den Blick auf die tief verankerten Missstände in Gesellschaft, Justiz und Politik sowie den Umgang mit Betroffenen.
Die Ausstellung läuft bis zum 21. Dezember und damit über den 25. November hinaus, den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen.


