Das Aalto-Theater in Essen. Foto: TUP Essen/Thomas Schwörer
Das Aalto-Theater in Essen. Foto: TUP Essen/Thomas Schwörer

Essen. Kindern, Jugendlichen und Familien die Faszination Musiktheater näherbringen – dieser Aufgabe widmet sich seit zehn Jahren die Kooperation „Junge Opern Rhein-Ruhr“. Anlässlich des Jubiläums ist jetzt beim Verlag J. B. Metzler eine Festschrift mit dem Titel „Positionen.Entwicklungen.Erfahrungen – 10 Jahre Junge Opern Rhein-Ruhr“ erschienen.

Der von Christiane Plank-Baldauf und Dr. Merle Fahrholz herausgegebene Band dokumentiert die Konferenz zum Festival „Auf die Ohren, fertig, los!“, das die bislang kooperierenden Opernhäuser Bonn, Düsseldorf/Duisburg und Dortmund im März 2022 ausgerichtet haben. Ab der kommenden Spielzeit wird das Aalto-Musiktheater Essen als weiterer Partner hinzustoßen.

Der viertägige Kongress wurde in Dortmund eröffnet, zog weiter nach Bonn, Düsseldorf und Duisburg und endete dort mit einer Vorstellung des Erfolgsstückes „Ronja Räubertochter“. Der Tagungsband dokumentiert die Diskussionen, Workshops und andere Gesprächsformate der Konferenz und liefert damit einen Überblick über die Lage des Kinder- und Jugendtheaters und lädt zum Weiterdenken und -arbeiten ein. Außerdem stehen aktuelle Uraufführungen des Kooperationsverbunds im Mittelpunkt. Das Buch ist aber auch eine Festschrift für die Jungen Opern Rhein-Ruhr, ein Rückblick auf ihre Geschichte und ein Ausblick auf die Zukunft.

Der Hauptteil der in diesem Tagungsband versammelten Beiträge basiert auf den Vorträgen und Diskussionsrunden. Der Auftakt in Dortmund stand im Zeichen einer Bestandsaufnahme, die in den Artikeln von Christiane Plank-Baldauf und Joscha Schaback widergespiegelt wird. Die Beiträge von Anne Fritsch und Tamara Schmidt referieren und kontextualisieren Diskussionspunkte und Ergebnisse zweier Gesprächsrunden zu den Fragen nach der Struktur der Jungen Oper, insbesondere mit Blick auf das eigene Ensemble, sowie zur Digitalität im Bereich Kinder- und Jugendmusiktheater. In Bonn lag ein Schwerpunkt der verschiedenen Formate auf der Sozialisation junger Menschen, hieraus generiert sich der Beitrag von Katja Meroth zum enkulturativen Bruch.

Des Weiteren rekapituliert Johanna Gremme in ihrem Beitrag die Gesprächsrunde zur aufsuchenden Kulturarbeit, erweitert um Rose Bartmers Artikel zum notwendigen Zusammenspiel von praktischer Theaterarbeit und Bildungspolitik. In Düsseldorf/Duisburg lag ein besonderer Schwerpunkt auf den jüngsten Zuschauer*innen. Daraus resultiert zum einen der Blick auf die Frage, wie eigentlich ein Theatergebäude für junge Zuschauer*innen beschaffen sein muss im Beitrag von Katharina von Radowitz, zum anderen die Zusammenfassung der Podiumsdiskussion zum Musiktheater als Ort Kultureller Bildung von Laura Nerbl. Während des gesamten Kongresses waren zwei Tagungsbeobachterinnen zugegen, deren Beobachtungen in einem ausführlichen Beitrag zusammengefasst und in aktuelle Entwicklungen und Diskurse eingeordnet werden.

Merle Fahrholz ist seit 2022 Intendantin des Aalto-Musiktheaters sowie der Essener Philharmoniker. Christiane Plank-Baldauf ist Privatdozentin und freie Musikdramaturgin an der LMU und Theaterakademie.

Das Buch „Positionen.Entwicklungen.Erfahrungen – 10 Jahre Junge Opern Rhein-Ruhr“ (Verlag J. B. Metzler, 243 Seiten) ist zum Preis von 64,99 (Druckausgabe) bzw. 49,99 Euro (eBook) erhältlich.