Ein aktueller Fall von sogenanntem Animal Hoarding ist im Kreis Viersen aufgedeckt worden. Foto: VETO Tierschutz
Ein aktueller Fall von sogenanntem Animal Hoarding ist im Kreis Viersen aufgedeckt worden. Foto: VETO Tierschutz

Moers. Verwahrloste, verletzte und tote Katzen: Die Tierschutzorganisation “VETO” hat Anfang Juli Strafanzeige wegen schwerem Tiermissbrauch und Qualzüchtungen bei der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach erstattet.


VETO bezieht sich auf “umfangreiches Video- und Bildmaterial”, das einen schweren Fall von sogenanntem Animal Hoarding im Kreis Viersen zeige. Animal Hoarding bezeichnet das krankhafte Sammeln von Tieren, ohne sie artgerecht versorgen zu können. Die Folgen sind laut Bericht des Deutschen Tierschutzbundes häufig Vernachlässigung, Krankheiten und erhebliches Tierleid.

Laut Angaben des Tierschutzbundes wurden 2024 bundesweit 147 Fälle mit 8.911 betroffenen Tieren registriert – so viele wie nie zuvor. Die Versorgung der beschlagnahmten Tiere bringt viele Tierheime an ihre personellen, finanziellen und räumlichen Grenzen. Da von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen wird, gelten die erfassten Zahlen als Mindestwerte [

Mindestens 30 Katzen lebten in dem Fall im Kreis Viersen demnach auf einem Hof unter tierschutzwidrigen Bedingungen. “Die Besitzer haben die Tiere nicht kastriert, weshalb sie sich über Jahre hinweg unkontrolliert vermehrt haben. VETOs Partnerverein Notfelle Niederrhein sicherte im April elf hochschwangere Katzen, wovon bis heute bereits 15 Kitten infolge schwerer Missbildungen, vermutlich aufgrund von Inzucht, gestorben sind oder eingeschläfert werden mussten. Ein Muttertier benötigte einen Kaiserschnitt, da ein totes,
deformiertes Kitten im Geburtskanal steckte. VETO Tierschutz hat Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach gestellt und das zuständige Veterinäramt kontaktiert. Um weiteres Tierleid in Zukunft zu verhindern, braucht es laut der Tierschutzorganisation ein unverzügliches Tierhalteverbot.

“Unser aktueller Fall im Kreis Viersen zeigt, wie aus vermeintlicher Tierliebe großes Tierleid werden kann”, so Scarlett Treml, Pressesprecherin bei VETO Tierschutz. “Deshalb fordern wir von VETO eine bundeseinheitliche Kastrationspflicht, denn unkastrierte Freigängerkatzen sind eine der Hauptursachen für rund zwei Millionen Straßenkatzen in Deutschland.”