Um die Mobilität der Menschen zu sichern, gewährleisten die Verkehrsunternehmen im VRR seit Beginn der Krise eine stabile Grundversorgung und erbringen 100 Prozent des Verkehrsangebotes – und das bei niedrigen Fahrgastzahlen. Foto: VRR
Um die Mobilität der Menschen zu sichern, gewährleisten die Verkehrsunternehmen im VRR seit Beginn der Krise eine stabile Grundversorgung und erbringen 100 Prozent des Verkehrsangebotes – und das bei niedrigen Fahrgastzahlen. Foto: VRR

Gelsenkirchen. Zum Corona-Jahr 2020 zieht der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr eine insgesamt ernüchternde Bilanz: das Jahr endete mit finanziellen Ausfällen.

Die Ticketumsätze fielen laut VRR im zurückliegenden Jahr um 233,5 Millionen Euro auf insgesamt 1,097 Milliarden Euro. Zwar seien die Zahlen noch nicht endgültig, der VRR erwartet jedoch allenfalls leichte Abweichungen. Unter dem Strich steht für das Corona-Jahr ein Minus von 17,5 Prozent im Vergleich zu 2019.

Dabei sah es zwischenzeitlich zunächst nach einer Erholung aus – dann kam die zweite Welle und damit der erneute Lockdown: „Im März 2020 gingen die Fahrgastzahlen um 70 bis 80 Prozent im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit zurück. Ab Mai erholte sich die Situation langsam, bevor die Zahlen ab dem neuerlichen Teillockdown im Oktober und beim späteren harten Lockdown erneut sanken“, resümiert der VRR. Aktuell liegen die Zahlen nach Unternehmensangaben bei 30 Prozent im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit

„Der Nahverkehr in Deutschland ist systemrelevant und auch in dieser Krise leistungsstark. Die Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen bei den Verkehrsunternehmen im VRR, angefangen bei Hygienekonzepten, Fahrzeugumbauten, erhöhten Reinigungsintervallen bis hin zum stabilen Betrieb haben gezeigt, dass die Branchengemeinschaft selbst in Krisenzeiten im Sinne der Fahrgäste funktioniert“, sagt José Luis Castrillo, VRR-Vorstand.

Der ÖPNV-Rettungsschirm von Bund und Land hatte die Einnahmeausfälle abfangen können. Und auch die Abonnenten trugen ihren Teil dazu bei: Gut 94 Prozent der Abo-Kunden sind dem VRR in der schwierigen Zeit treu geblieben. „Ein deutlicher Vertrauensbeweis in den ÖPNV, über den wir uns sehr freuen“, so José Luis Castrillo.

Der Einnahmeanteil bei den Stammkund liegt bei 84 Prozent. Die Tarifangebote für Vielfahrer sind nach wie vor die wesentliche Ertragssäule im ÖPNV.

Mit dem erneuten Lockdown rechnet der VRR allerdings auch für das Jahr 2021 mit weiteren Einnahmeausfällen. Eine große Aufgabe für die nächsten Monate, vielleicht sogar Jahre, sieht der VRR darin, insbesondere die Fahrgäste, die nicht regelmäßig mit Bus und Bahn unterwegs sind, für den ÖPNV zurückzugewinnen. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr geht davon aus, dass sich die Erholung schrittweise ergibt, indem das gesellschaftliche Leben und damit die Fahrtanlässe wie z. B. Freizeitfahrten, Bundesliga-spiele mit Zuschauer, Konzerte, Messen wieder zum ursprünglichen Niveau zurückkehren.