Gegen Hitze im Sommer helfen klimaangepasste Orte. Foto: VZ NRW/adpic
Gegen Hitze im Sommer helfen klimaangepasste Orte. Foto: VZ NRW/adpic

Düsseldorf. Die jüngsten Zahlen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK) zeigen: Rund 7,5 Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen leben auf sogenannten Hitzeinseln – dicht bebauten Gebieten, die sich im Sommer extrem aufheizen können.


„Mit unseren praktischen Maßnahmen kann jede und jeder Einzelne das Mikroklima vor der eigenen Haustür verbessern und sich vor Hitze schützen“, erklärt Fatma Ökzan, die bei der Verbraucherzentrale NRW die Gruppe Klimaanpassung leitet. „Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer  und Mieterinnen und Mieter sollten nicht auf Maßnahmen der Kommune warten. Vieles können sie selbst vorsorglich umsetzen“, empfiehlt Özkan. „Wichtig ist, die Wohnung und das Haus gegen Überhitzung und gleichzeitig gegen weitere Wetterextreme widerstandsfähiger zu machen.“

Entsiegelte Flächen rund ums Haus sind besonders wirksam gegen sommerliche Überhitzung. Wo Wasser versickern kann und Pflanzen wachsen, bleibt der Boden durch Verdunstung frischer und kühlt sich nachts besser ab. Durchlässige Beläge und Versickerungsflächen helfen zudem, Regenwasser natürlich zu speichern und beugen Überschwemmungen bei Starkregen vor. Vorgärten, Stellplätze, Auffahrten und Wege können dafür umgestaltet werden: Pflaster, Schotter, Kies oder Splitt lassen sich teils in Eigenleistung entfernen. Bei Beton- oder Asphaltflächen ist ein Fachbetrieb sinnvoll. Kommunale Förderungen können solche Maßnahmen zusätzlich finanziell erleichtern.

Grüne Dächer und Fassaden wirken wie eine natürliche Klimaanlage: Sie kühlen die Umgebung, spenden Schatten und schützen Gebäude vor Überhitzung. Besonders in dicht bebauten Gebieten leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Klimaanpassung. Statt Schotterflächen schaffen bodendeckende Stauden, Blühpflanzen und Bäume ein kühles Mikroklima, filtern die Luft und bieten Lebensraum für Insekten. Bäume sind dabei besonders wertvoll, da sie Schatten spenden und CO₂ binden.

Mieterinnen und Mieter können mit einfachem Verhalten und der Gestaltung ihrer unmittelbaren Umgebung zur Hitzeminderung beitragen. Dazu gehört es, Räume möglichst vor starker Aufheizung zu schützen und vorhandene schattenspendende Elemente zu nutzen. Wo bauliche Veränderungen nicht möglich sind, sind Maßnahmen im Umfeld der Wohnung besonders wichtig, etwa Begrünung auf Balkon- und Fensterbereichen im Rahmen der Mietmöglichkeiten. Schon kleine Veränderungen können das Wohnklima spürbar verbessern.