Gelsenkirchen. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hat einen wichtigen Schritt zur weiteren Stabilisierung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) im Verbundraum beschlossen.
Die zuständigen Gremien haben der Vergabe zur Bereitstellung einer Busflotte für Schienenersatzverkehre (SEV) an die Busverkehr Rheinland GmbH zugestimmt. Damit stehen voraussichtlich ab Sommer 2027 20 Gelenkbusse einschließlich Fahrpersonal jederzeit für den Einsatz bei längerfristigen Schienenersatzverkehren im VRR-Gebiet bereit. Aktuell steht die Vergabe noch unter dem Vorbehalt einer zehntägigen Wartefrist.
„Der Schienenersatzverkehr ist oft die einzige Möglichkeit, Mobilität während größerer Bauarbeiten aufrechtzuerhalten. Zwar kann ein Busangebot einen Zug nicht vollständig ersetzen, dennoch ist ein gut geplanter SEV entscheidend, um Fahrgästen auch während längerer Sperrungen ein verlässliches Mobilitätsangebot zu machen“, sagt Oliver Wittke, VRR-Vorstandssprecher.
Der Bedarf an Schienenersatzverkehr nimmt seit Jahren zu. Umfangreiche Bauarbeiten zur Modernisierung des Schienennetzes, aber auch technische Störungen oder andere Einschränkungen führen regelmäßig dazu, dass Fahrgäste zeitweise auf Busse ausweichen müssen. Gleichzeitig werden Baumaßnahmen immer komplexer und dauern oftmals mehrere Wochen oder sogar Monate an.
„Mit der neuen Busflotte schafft der VRR zusätzliche Kapazitäten genau dort, wo sie besonders benötigt werden. Die Fahrzeuge werden in Abstimmung zwischen VRR und den Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) insbesondere bei länger laufenden Schienenersatzverkehren eingesetzt. Der Ersatzverkehr wird weiterhin von den EVU organisiert und verantwortet“, so Wittke weiter. Ein Einsatz bei kurzfristigen Busnotverkehren ist nicht vorgesehen.
Der VRR wird dabei nicht selbst Eigentümer der Fahrzeuge. Das beauftragte Verkehrsunternehmen übernimmt sowohl die Beschaffung der Busse als auch die Durchführung der Verkehrsleistungen. Mit der Vergabe schafft der VRR die Voraussetzungen, um den Schienenersatzverkehr im Verbundgebiet künftig noch robuster und verlässlicher zu gestalten. Fahrgäste profitieren insbesondere bei längerfristigen Bauarbeiten von einer besseren Verfügbarkeit von Fahrzeugen und einer höheren Stabilität der Ersatzangebote.
Gerade bei großräumigen Baustellen oder mehreren gleichzeitig stattfindenden Maßnahmen stoßen Verkehrsunternehmen bei der Suche nach ausreichend Fahrzeugen und Personal regelmäßig an Grenzen. Mit dem zusätzlichen Buskontingent steht künftig eine verlässliche Busflotte zur Verfügung, auf die zurückgegriffen werden kann. Das erleichtert die Planung der Ersatzverkehre und verbessert die Voraussetzungen, um auch bei umfangreichen Baustellen ein stabiles Angebot für die Fahrgäste bereitzustellen.
Die Fahrzeuge können gezielt für längere Sperrungen vorgehalten werden und müssen nicht erst kurzfristig am Markt beschafft werden. Dadurch erhalten die Eisenbahnverkehrsunternehmen frühzeitig Planungssicherheit.


