Eine Frau tippt auf einem Smartphone. Foto: pixabay
Eine Frau tippt auf einem Smartphone. Foto: pixabay

Wuppertal. Im internationalen Vergleich liegen die Entgeltfortzahlungskosten in Deutschland auf einem hohen Niveau. Besonders im Bergischen Land zeigen sich bei Atemwegs- und psychischen Erkrankungen überdurchschnittliche Werte innerhalb Nordrhein-Westfalens.


Seit 2010 seien die Aufwendungen der Arbeitgeber um das 2,2-Fache gestiegen, wie die Vereinigung Bergischer Unternehmerverbände (VBU) mitteilt. Im Durchschnitt seien Beschäftigte in der Region 20,8 Arbeitstage pro Jahr arbeitsunfähig. „Die dadurch entstehenden Ausfallzeiten stellen für viele Unternehmen eine zunehmende Herausforderung dar und wirken sich auf die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts aus“, erklärt VBU-Geschäftsführer Michael Schwunk. „Internationale Erfahrungen zeigen, dass Umfang und Ausgestaltung der Lohnfortzahlung einen Einfluss auf das Gesamtniveau der Kosten haben.“

Vor diesem Hintergrund hält die VBU eine sachliche und ergebnisoffene Überprüfung
der bestehenden Regelungen zur Entgeltfortzahlung für sinnvoll. Die während der
Pandemie eingeführte telefonische Krankschreibung war ein zeitlich begrenztes
Instrument unter besonderen Rahmenbedingungen. „Heute sollte geprüft werden, ob
alternative Modelle – etwa Videosprechstunden – eine angemessenere Ausgestaltung
ermöglichen“, so Schwunk.

Darüber hinaus sieht die VBU Gesprächsbedarf bei einzelnen strukturellen Fragen.
Dazu zählen unter anderem die Ausgestaltung der Lohnfortzahlung über längere
Zeiträume, die derzeit nur eingeschränkt funktionierende Anrechnung von
Vorerkrankungen sowie die Regelungen zu Urlaub und Zuschlägen bei Arbeitsunfähigkeit.

„Ziel muss es sein, soziale Absicherung und wirtschaftliche Tragfähigkeit dauerhaft in
Einklang zu bringen“, betont Schwunk. „Angesichts der internationalen Vergleiche ist
es sinnvoll, die bestehenden Regelungen regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls weiterzuentwickeln.“