Der Welt-Frühgeborenen-Tag steht ganz im Zeichen der Farbe Lila. Foto: privat
Der Welt-Frühgeborenen-Tag steht ganz im Zeichen der Farbe Lila. Foto: privat

Wuppertal. Weltweit kommen neun Prozent aller Neugeborenen als Frühgeborene auf die Welt – vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche und/oder leichter als 2.500 Gramm. Das sind jährlich rund 60.000 Kinder in Deutschland. In der Bundesrepublik sind Frühgeborene damit die größte Kinderpatientengruppe.


„Dennoch werden Probleme und Risiken für ihre weitere Entwicklung nicht in entsprechendem Maß wahrgenommen“, erklärt Benjamin Semburg, der sich in Wuppertal für das Thema engagiert. Das solle sich mit dem Welt-Frühgeborenen-Tag ändern.

Rund um den 17. November finden unterschiedliche Veranstaltungen und Aktionen in Kliniken, Frühchen spezifischen Einrichtungen und Elterngruppen statt. „In Film, Funk, Fernsehen, Print- und Onlinemagazinen in der Fachpresse ist der Tag mittlerweile ein gesetztes Datum, an dem proaktiv über die Allerkleinsten berichtet wird“, so Semburg. Auch in den sozialen Medien würden die Beitragszahlen und Reichweiten kontinuierlich ansteigen.

Am auffälligsten an diesem Tag sind die weltweiten Beleuchtungsaktionen bei Eintritt der Dunkelheit Berühmte Gebäude, Denkmäler und Wahrzeichen werden in der Farbe Lila, der Farbe des Welt-Frühgeborenen-Tages, angestrahlt. Aufgrund der Internationalität wird hier in Deutschland der englische Name “Purple for Preemies” (wörtlich: Lila für Frühgeborene) genutzt.

Der Bundesverband „Das frühgeborene Kind“ hat eigens für diesen Tag eine Webseite eingerichtet und stellt unter www.welt-fruehgeborenen-tag.de Informationen zur Verfügung.

Die extreme Frühgeburt kann bis auf das erwachsene Alter auswirken. 2Leider gibt es hier einen ganzen Blumenstrauß an möglichen Krankheitsbildern und die Forschung dazu befindet sich erst am Anfang“, so Semburg. Der Bundesverband hat den Arbeitskreis Erwachsene Frühgeborene ins Leben gerufen. Dies ist ein loser Zusammenschluss erwachsener Personen, die einstmals zu früh geboren wurden. Im geschützten Rahmen findet ein vertrauensvoller Aus-tausch zu den verschiedensten Herausforderungen in Alltag und Beruf, im Familien-, Kolle-gen- und Freundeskreis statt. Diese Treffen finden regelmäßig online statt.

In Wuppertal wurde im vergangenen Jahr anlässlich des Aktionstages die Historische Stadthalle und der Wasserturm auf Lichtscheid angestrahlt, dieses Jahr beteiligt sich die Stadthalle erneut an der Aktion.

In Wuppertal gibt es eine Elterninitiative unter dem Dach des Bundesverbandes „Das frühgeborene Kind“, die von Julia und Benjamin Semburg gegründet wurde. Die Initiative finanziert sich ausschließlich durch Spenden. Etwa alle acht Wochen findet ein Präsenztreffen statt mit dem Ziel, dass sich Eltern untereinander austauschen, um diese extremen Erfahrungen verarbeiten zu können. „Sie sind nicht allein mit der Situation“, so Benjamin Semburg. Eine Kontaktaufnahme zu der Regionalstelle ist unter elternini.wuppertal@fruehgeborene.de möglich.