Das Museum Ratingen an der Grabenstraße. Foto: Marcus Schwier
Das Museum Ratingen an der Grabenstraße. Foto: Marcus Schwier

Ratingen. Das Museum Ratingen, Grabenstraße 21, lädt am Donnerstag, 25. Juni, ab 18 Uhr zum Vortrag „Architektur für die Kunst. Bruno Lambart und das Museum Ratingen im Spannungsfeld der deutschen Museumsarchitektur“ ein.


Damit startet das Museum eine zweiteilige Vortragsreihe im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Bauen als Kulturbeitrag. Die Architektur des Museum Ratingen“. Die Architekturhistorikerin Dr. Alexandra Apfelbaum beleuchtet an ihrem ersten Vortragsabend Bruno Lambarts Museumserweiterung zusammen mit seinem Neubau des Medienzentrums im Kontext deutscher Museumsarchitektur. Das Teilnahmeentgelt beträgt 5,- Euro, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Bruno Lambart (1924-2014) studierte Architektur an der Technischen Universität Stuttgart, wo er 1951 sein Diplom erhielt. Seit 1974 war der Architekt in der Ratinger Wasserburg „Haus zum Haus“ ansässig. Sein Büro, das er später zusammen mit seiner Christa Lambart führte, erhielt bundesweit Aufträge. Der Ratinger Architekt zählt zu den prägenden Vertretern der Nachkriegsmoderne im Rheinland. Mit seinem Entwurf für die Erweiterung des Museum Ratingen und den Neubau eines Medienzentrums schuf er zu Beginn der 1990er Jahre Bauten, die die Haltung einer sachlich-zurückhaltenden und zugleich qualitätsvollen Architektur beispielhaft verkörpern.

Der Vortrag widmet sich Lambarts Werk vor dem Hintergrund des deutschen Museumsbooms in den 1970er und 1980er Jahren. Er zeigt auf, wie sich in Ratingen die funktionalen Anforderungen eines modernen Museums mit einem sensiblen Umgang und dem historischen Stadtraum verbinden. Zudem wird die Stellung des Museums im architekturgeschichtlichen Diskurs der Zeit untersucht: zwischen Rationalismus, Regionalbezug und den neuen Aufgaben öffentlicher Gebäude in einer sich wandelnden Kulturlandschaft. In diesem Zusammenhang wird auch der Museumsneubau aus dem Jahr 1979 skizziert, den Klaus Leyendecker entworfen hatte.

Dr. Alexandra Apfelbaum ist Kunst- und Architekturhistorikerin und als freiberufliche Autorin, Kuratorin sowie Dozentin an verschiedenen Hochschulen tätig. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf der Architektur der Nachkriegszeit im Ruhrgebiet. In ihrem zweiten Vortrag am 10. September 2026 um 18 Uhr wird sie Bruno Lambarts Bauprojekte im Ratinger Stadtgebiet behandeln.

Beide Vorträge finden in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Ratingen und den Freunden und Förderern des Museum Ratingen statt. Die Ausstellung „Bauen als Kulturbeitrag. Die Architektur des Museum Ratingen“ ist Teil des Programms zum diesjährigen Museums- und Stadtjubiläum Ratingens. Hierfür hat das Museum Ratingen eine großzügige Förderung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen erhalten.