
Ratingen. Die Betriebsratswahlen 2026 haben aus Sicht der IG Metall Düsseldorf-Neuss und des DGB Ratingen ein wichtiges Signal für Demokratie, Mitbestimmung und den Erhalt industrieller Arbeitsplätze gesetzt. Auf der Klausurtagung des DGB Ratingen zog Dinah Trompeter, Geschäftsführerin der IG Metall Düsseldorf-Neuss, eine insgesamt positive Bilanz.
Nach den vorläufigen Auswertungen wurden in der Region Düsseldorf-Neuss erneut in rund 150 Betrieben Betriebsratswahlen durchgeführt. Besonders erfreulich: Die Wahlbeteiligung liegt mit etwa 65 Prozent wieder nahezu auf dem Niveau vor der Corona-Pandemie.
„Unser gemeinsamer Einsatz hat sich gelohnt“, betont Dinah Trompeter. „Wir sind zufrieden, dass sich die Zahl der Betriebe mit von der IG Metall getragenen Betriebsratsgremien insgesamt stabil entwickelt hat. Besonders freut uns, dass sich die Kandidatinnen und Kandidaten der IG Metall in den meisten Betrieben erfolgreich behaupten konnten und weiterhin auf das Vertrauen der Beschäftigten zählen können.“
Gerade vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Unsicherheiten, Transformationsprozessen und Standortdebatten sei dies ein wichtiges Signal. „Die Ergebnisse zeigen, dass die Beschäftigten auf eine starke Mitbestimmung, Tarifbindung und solidarische Interessenvertretung vertrauen. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind Betriebsräte und Gewerkschaften unverzichtbar, um Arbeitsplätze zu sichern, Veränderungen zu gestalten und die Interessen der Beschäftigten wirksam zu vertreten. Dieses Vertrauen ist für uns Auftrag und Verpflichtung zugleich.“, so Trompeter.
Auch in Ratingen konnten nach Angaben der IG Metall zahlreiche erfolgreiche Wahlergebnisse erzielt werden. Dazu zählen unter anderem die Betriebsratswahlen bei ABB, der Lintorfer Eisengießerei, Novar, Vodafone und Hünnebeck.
Für Viola Denecke, Sprecherin des Ratinger Gesprächskreises des DGB, zeigen die Wahlen gleichzeitig, dass beim Ausbau der Mitbestimmung weiterhin Handlungsbedarf besteht.
„In vielen Betrieben gibt es noch keinen Betriebsrat. Dabei wissen zahlreiche Beschäftigte gar nicht, dass sie jederzeit einen Betriebsrat gründen und wählen können, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind“, erklärt Denecke. Bereits ab fünf wahlberechtigten Beschäftigten kann ein Betriebsrat gewählt werden.
Betriebsräte seien gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten unverzichtbar. „Sie sorgen dafür, dass Beschäftigte eine starke Stimme haben, wenn über Arbeitsplätze, Arbeitsbedingungen oder Veränderungen im Unternehmen entschieden wird. Betriebsräte verhandeln auf Augenhöhe mit dem Arbeitgeber. Das stärkt die Beschäftigten, die Unternehmen und letztlich auch unsere Demokratie“, so Denecke.
IG Metall und DGB kündigten an, sich auch künftig gemeinsam dafür einzusetzen, Mitbestimmung in weiteren Betrieben der Region zu verankern und Beschäftigte bei der Wahrnehmung ihrer Rechte zu unterstützen.

