Das "Dschungelbuch" auf der Naturbühne am Grünen See. Archivfoto: Alexander Heinz
Das "Dschungelbuch" auf der Naturbühne am Grünen See. Archivfoto: Alexander Heinz

Ratingen. Die Grünen-Fraktion hatte für den Stadtentwicklungsausschuss am letzten Donnerstag zwei Anträge zum Blauen See gestellt: Zum einen forderte sie von der Verwaltung die zügige Umsetzung der schon seit 2023 beschlossenen Sofortmaßnahmen im Eingangsbereich und auf dem Plateau. Zum anderen ging es um die Wiederaufnahme der Planungen für die Umgestaltung des gesamten Freizeitgeländes am Blauen See mit Ausnahme von Naturbühne und Märchenzoo, um das Gelände langfristig wieder attraktiv und zukunftsfähig zu machen.


Auf den Antrag der Ratinger Grünen, die beschlossenen Sofortmaßnahmen zeitnah umzusetzen, hatte die Verwaltung mit einer Vorlage reagiert. Die vorläufige Ausführungsplanung für Entrée, Plateau und den Kinderspielplatz liegt vor. “Ein sehr ansprechendes Ensemble mit barrierefreier Zuwegung, einer Aussichtsplattform auf den See, dem Blick auf die restaurierten Kalköfen und einem Biergarten unter Bäumen”, kommentiert die grüne Fraktionsvorsitzende Ute Meier die Planung.

Aber dem Neubau und der Gestaltung der Freianlagen muss der Abriss vorausgehen. Der lässt auf sich warten, weil das Abbruchkonzept noch nicht erstellt wurde. Daher sei mit der Neugestaltung erst 2027 zu rechnen, wie die Verwaltung mitteilte. “Wir finden es sehr schade, dass die Bürgerinnen und Bürger sowie die Gäste unserer Stadt im Jubiläumsjahr weiterhin mit dem abgesperrten abbruchreifen Eingangsbereich des Freizeitgeländes konfrontiert werden, obwohl der Ratsbeschluss für die sogenannten Sofortmaßnahmen bereits Ende 2023 gefasst wurde”, so das grüne Ratsmitglied Jörn-Eric Morgenroth.

Der Rat hatte ebenfalls beschlossen, das Gelände langfristig attraktiver und zukunftsfähig zu gestalten – mit den drei Säulen Erlebnis- und Abenteuerspielplatz, Gastronomie und Umweltbildungszentrum, das als grünes Klassenzimmer und Bildungsort für alle Generationen dienen soll: mitten im Wald mit Natur pur ringsherum quasi zum Anfassen. Die Grünen hatten beantragt, die vorhandenen Ideen für die weiteren Entwicklungsstufen in einer planerischen Skizze zusammenzuführen. Hier gab es kein klares Meinungsbild: Gegenstimmen einerseits sowie Stimmen dafür und Enthaltungen andererseits hielten sich die Waage.

“Hier wurde die Chance verpasst, während der Sanierung des Eingangsbereichs die langfristige Entwicklung des Freizeitgeländes vorzubereiten”, findet die umweltpolitische Sprecherin der Grünen, Edeltraud Bell. “Wir brauchen langfristige Perspektiven, die den See zu einem lebendigen Bildungs- und Freizeitort für alle Ratinger Bürgerinnen und Bürger machen.”