Mit „Der zerbrochene Krug“ wird ein Klassiker der Literaturgeschichte in der Ratinger Stadthalle aufgeführt. Foto: Westfälisches Landestheater
Mit „Der zerbrochene Krug“ wird ein Klassiker der Literaturgeschichte in der Ratinger Stadthalle aufgeführt. Foto: Westfälisches Landestheater

Ratingen. Ratingen. Am Dienstag, 27. Januar, wird ab 20 Uhr das Schauspiel „Der zerbrochene Krug“ in der Stadthalle, Schützenstraße 1, aufgeführt. Das Stück nach dem Klassiker von Heinrich von Kleist dreht sich rund um das Thema Machtmissbrauch. In der Inszenierung des Westfälischen Landestheaters stehen nicht nur skurrile Dorfbewohner im Fokus, sondern vor allem die Brisanz des Stückes, die in Zeiten von Fake News aktueller denn je ist.


Es ist Gerichtstag im Dorf Huisum in der Provinz Utrecht. Das ganze Dorf ist versammelt, um den Fall des zerbrochenen Kruges der Frau Marthe Rull zu verfolgen. Angeklagt ist Ruprecht, der Verlobte ihrer Tochter Eve, der nachts bei ihr gewesen sein soll. Doch der behauptet, einen Einbrecher überrascht zu haben, der mit einem Sprung aus dem Fenster entkam und dabei den Krug zerbrach. Just an diesem Tag kommt der Dorfrichter Adam reichlich lädiert in den Gerichtssaal. Er hat nicht nur mehrere Wunden im Gesicht, er humpelt auch heftig. Schon bald erhärtet sich der Verdacht, dass Ruprecht mit seiner Aussage recht haben könnte, dass der eigentliche Täter ihm im Gericht gegenübersitzt.

Wenn es um die Rettung seiner Haut geht, ist dem Dorfrichter jedes Mittel und jede Lüge recht. Ohne Skrupel verdreht er sämtliche Fakten, erklärt zu Wahrheiten, was gar nicht wahr sein kann, konstruiert die abstrusesten Szenarien, um seine Position und seine Macht zu retten.

Kleists Lustspiel um die Drehungen und Windungen des Richters Adam gilt seit Jahrhunderten als deutsche Komödie par excellence. Doch in Zeiten der „alternativen Fakten“, „Fake News“ und skrupellosen Kämpfen um Einfluss, Macht und Deutungshoheiten rücken ganz neue Aspekte in den Vordergrund. Bei aller Komik finden sich Interpretationsmöglichkeiten, die dem Stück heute eine verstörende Relevanz verleihen. Das Stück ist Thema im Zentralabitur 2026.

Eintrittskarten sind ab 19 Euro im Ticketbüro des Kulturamts, Minoritenstraße 2-6, an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie online bei Westticket erhältlich. Reservierungswünsche nimmt das Kulturamt telefonisch unter 02102 550-4104 und 4105 entgegen. Jedes Ticket der Kulturveranstaltungen des Kulturamts enthält übrigens ein Ticket für den öffentlichen Nahverkehr im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR).