Der erste Spatenstich ist erfolgt. Foto: Stadt Ratingen
Der erste Spatenstich ist erfolgt. Foto: Stadt Ratingen

Ratingen. Der Neubau der Heinrich-Schmitz-Schule in Lintorf ist wieder einen großen Schritt weitergekommen. Am 10. Februar wurde mit allen Projekt-Beteiligten der symbolische Erste Spatenstich für den Bau auf dem ehemaligen Sportplatz an der Brandsheide begangen. Auch einige Grundschülerinnen und Grundschüler waren gekommen, um den Beginn der Bauarbeiten für ihre zukünftige Schule live mitzuerleben – neugierig beobachtet von vielen Kindern aus der benachbarten Kita, die im Neubau sicher ebenfalls über kurz oder lang die Schulbank drücken werden.


Zwar wird schon seit einem halben Jahr intensiv an dem Schulneubau gearbeitet, dies fand aber vor allem hinter den Kulissen statt. Denn das Gebäude entsteht in Modulbauweise, was im Vorfeld eine genaue Planung bis ins letzte Detail erforderlich macht, da nach der Fertigung keine Änderungen mehr möglich sind. Doch ab jetzt wird nach und nach der Baufortschritt sichtbar: In den nächsten Wochen werden Fundament und Bodenplatte gelegt, nach den Osterferien kommen dann die ersten Module, die bereits parallel gefertigt werden. Innerhalb von vier Wochen soll dann schon der Baukörper stehen.

In gut einem Jahr dürfte sich die neue Schule der Fertigstellung nähern. Wenn alles planmäßig weiterläuft, wird die Grundschule im ersten Halbjahr 2027 aus dem Altgebäude an der Duisburger Straße in den einen Steinwurf entfernten Neubau umziehen können. Optisch (Material, Farbe) gleicht er sich der benachbarten Kita an, so dass beide Baukörper als Ensemble wahrgenommen werden.

„Ich freue mich sehr, dass wir hier so gut vorankommen, denn dieser Neubau ist nicht nur für sich genommen enorm wichtig, sondern auch ein Schlüsselbaustein für die geplante umfassende Neuordnung unserer Schullandschaft in Lintorf und Ratingen-West“, sagte Bürgermeister Patrick Anders. „Insgesamt investieren wir in den nächsten Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag in unsere Schulinfrastruktur.“

Der Neubau ist nötig, weil die jetzige Heinrich-Schmitz-Schule zu klein geworden ist. Dort können maximal zwei Klassenzüge pro Jahrgang eingerichtet werden, und auch dann reicht der Raum nicht für eine adäquate OGS-Versorgung. Die neue Heinrich-Schmitz-Schule wird drei Klassenzüge je Jahrgang bilden können, und zwar in einem modernen Neubau mit ausreichend Platz für Unterricht, Betreuung, Verwaltung und weitere Aktivitäten.

Die neue Schule entsteht auf einem seit längerem nicht mehr genutzten Sportplatz des Schulkomplexes. Das bringt günstige Baubedingungen für den Modulbau mit sich, auf den die Firma KLEUSBERG spezialisiert ist. Diese wurde als Totalunternehmer für die Baumaßnahme beauftragt, nachdem die Stabsabteilung für besondere Hochbauprojekte die Vorplanung übernommen hatte. „Dank paralleler Arbeitsprozesse können die Module im Werk gefertigt werden, während auf dem Baufeld die Gründungsarbeiten stattfinden. Damit ermöglichen wir eine kürzere Bauzeit und Planungssicherheit für den Bauherrn. Bis jetzt sind wir voll im Zeitplan“, sagte Sebastian Quast, Vertriebsleiter von KLEUSBERG.

Modulares Bauen geht schneller, aber ohne Einbußen an Qualität, wie auch der Neubau der Heinrich-Schmitz-Schule zeigt. Die Fassadenkonstruktion als Wärmedämmverbundsystem mit Klinkerriemchen ist hochwertig, robust und nachhaltig, insbesondere durch den Einsatz von mineralischen Dämmstoffen. Die Technik entspricht den Anforderungen an ein modernes Schulgebäude. Das Flachdach wird begrünt und wird mit einer aufgeständerten Fotovoltaik-Anlage zur Stromerzeugung versehen. Die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung wird eine sommerliche Nachtabkühlung ermöglichen. Geheizt wird mittels drei Luft-Wasser-Wärmepumpen der Energieeffizienzklasse A++ mit je 59 kW.

Das Gebäude wird über 4.200 Quadratmeter Bruttogeschossfläche auf vier Etagen verfügen. Im Erdgeschoss werden der Lehrerbereich, die Mensa mit Küche und diverse Funktionsräume untergebracht. Das erste Obergeschoss ist für den Offenen Ganztag. In den beiden oberen Geschossen sind die Klassenräume untergebracht, und zwar in Jahrgangs-Clustern mit gemeinsamen Neben- und Mehrzweckräumen. Das Raumprogramm ist nicht nur großzügig, sondern auch multifunktional angelegt, zum Beispiel, indem Klassenräume auch als Aufenthaltsräume in Freizeitphasen genutzt werden können.

„Sehr vorausschauend hat das Schulverwaltungsamt hier auf größtmögliche Flexibilität geachtet und bereits die mögliche Weiterentwicklung der Schule zum rhythmisierten Ganztag berücksichtigt, den wir im Lintorfer Norden nach Fertigstellung des Neubaus ohne großen Aufwand realisieren könnten“, sagte Bürgermeister Anders.

Der Zeitplan sieht eine schnelle Fertigstellung vor. Bei normalem Verlauf wird die Heinrich-Schmitz-Schule bereits das zweite Halbjahr des Schuljahres 2026/2027 mindestens teilweise im neuen Gebäude verbringen. Die Hochbaukosten betragen rund 13 Millionen Euro. „Damit liegen wir sogar unterhalb der Kostenschätzung“, betonte Kämmerer Martin Gentzsch, dessen Dezernat die Stabsstelle für besondere Hochbauprojekte zugeordnet ist.