Polizeieinsatz im Stadtgebiet. Foto: Polizei/Symbolbild
Polizeieinsatz im Stadtgebiet. Foto: Polizei/Symbolbild

Essen/Ratingen. Eine Beziehung zwischen einer 28-Jährigen und einem 26-Jährigen hat in zwei Städten zu einem Familienstreitigkeit geführt. Die Folgen sind nun Ermittlungen wegen des Verdachts mehrerer Straftaten.

Am 5. August begann der Streit zwischen den beiden Parteien. Wie die Essener Polizei berichtet, sollen mehrere Angehörige des Mannes die Familie der Frau in Essen-Borbeck aufgesucht und beleidigt haben. „Als sich das Paar, möglicherweise um dem Streit zu entfliehen, in einem Hotel in Ratingen niederließ, verlagerte sich der Konflikt ebenfalls nach Ratingen“, so die Behörde.

Weiter ging es zwei Tage später. Während eines Moscheeaufenthaltes des 26-Jährigen sollen sechs seiner Brüder im Alter von 25 und 42 Jahren, überwiegend deutsch-libanesisch, vor Ort erschienen sein und die in einem Fahrzeug wartende 28-Jährige geschlagen, bespuckt und beleidigt haben. Einer der Männer soll das Mobiltelefon der Frau gestohlen haben.

Die 28-Jährige sei von einem der Brüder gegen den Willen zurück nach Essen gebracht worden. Dort solle die Mutter des 26-Jährigen sie genötigt haben, eine derzeit unbekannte Tablette einzunehmen. „Hintergrund sei die Sorge um eine mögliche Schwangerschaft“, teilt die Polizei mit. Danach sei die 28-Jährige an der Wohnanschrift ihrer eigenen Familie abgesetzt worden.

Noch in der Nacht auf den 8. August erhielt die Polizei in Essen Kenntnis von den Vorfällen.  Während der die Beamten den Sachverhalt aufnahmen, erschienen weitere Angehörige der Frau am Einsatzort. „Aufgrund einer aggressiven Stimmung und der Androhung von Straftaten einzelner Personen, fuhren weitere Einsatzkräfte, darunter auch Diensthundeführer, zum Einsatzort“, hieß es. Erst durch eine starke Polizeipräsenz habe man die Situation beruhigen können. Rettungskräfte behandelten die 28-Jährige vor Ort.

Die bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf ansässige Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten erwirkte sieben Durchsuchungsbeschlüsse – sechs in Essen, einen in Gladbeck – gegen die Brüder und die Mutter des 26-Jährigen.

Die Durchsuchungsbeschlüsse seien am heutigen Morgen unter Federführung von Ermittlern der BAO „Aktionsplan Clan“ vollstreckt worden. Hierbei stellten die Ermittler mehrere Mobiltelefone sicher. „Mehrere Tatverdächtige wurden zum Zwecke einer erkennungsdienstlichen Behandlung und zur Abgabe einer DNA-Probe ins Polizeipräsidium gebracht“, hieß es. Ermittlungen seien unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung sowie Freiheitsberaubung eingeleitet worden.