Standing Ovations gab es beim Festkonzert „Bridging Cultures in Music“. Foto: DBG
Standing Ovations gab es beim Festkonzert „Bridging Cultures in Music“. Foto: DBG

Ratingen. Am Ende hat es niemanden mehr auf den Sitzen gehalten: Applaus brandete, begleitet von Standing Ovations, am 14. Juli durch die Stadthalle Ratingen – getragen von einer spürbaren Mischung aus ehrlicher Begeisterung, tiefem Respekt vor der Leistung der Musikerinnen und Musikern und einem beflügelnden Gefühl der Verbundenheit. Als die letzten Töne der Zugabe von „Dancing Queen“ verklangen, war klar: Dieser Abend bot weit mehr als ein großartiges Konzert – er war das gelebte Zeichen einer langen, internationalen Freundschaft.


Das gemeinsame Konzert „Bridging Cultures in Music“ bildete den musikalischen Höhepunkt des Besuchs der Partnerstadt Vermillion im Rahmen des 750-jährigen Ratinger Stadtjubiläums sowie des zweiwöchigen Austauschprogramms mit dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium. Die freundschaftliche Verbindung wurde an diesem Abend vertieft und eindrucksvoll hörbar: Musikerinnen und Musiker aus Vermillion, des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Ratingen-West und der Musikschule Ratingen zeigten, wie Musik die Menschen auf eine beeindruckend unkomplizierte Weise im Herzen zusammenführen kann. Eröffnet wurde dieser Abend von Paul Severnich (Musikschule Ratingen), der die Gäste zweisprachig begrüßte.

Schon der Auftakt war etwas Besonderes: Aus der Mitte des Saals erklangen die warmen, getragenen Töne des Alphorn-Quartetts der University of South Dakota. „Dieses grandiose Eröffnungsstück stammt aus der Feder von Charles Dibley“, erläuterte zuvor Aline Messerer (Schülersprecherin des DBG), die als Moderatorin durch den Abend leitete.

Im weiteren Verlauf entfaltete sich ein facettenreiches Programm. Der deutsch-amerikanische Chor begeisterte unter der musikalischen Regie von Cathrin Schuster-Sixt (Leiterin der Ratinger Chöre) mit einem gefühlvollen Arrangement von „We Are The World“ sowie mit der an Beethoven angelehnten „Ode an die Zukunft“, die eine moderne, hoffnungsvolle Botschaft vermittelte. Für rhythmische Energie sorgte anschließend die Big Band des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums unter der Leitung von Alexander Otto (Musiker und Lehrer am DBG). Mit dem wundervollen Song „Feeling good“, dem mitreißenden Lied „Congo“ und dem künstlerischen Ausschnitt von „The Wiz“ wurde ein buntes Angebot präsentiert. Weltbekannte Klassiker folgten, dargeboten von dem deutsch-amerikanischem Blechbläser-Ensemble unter der Leitung von Todd Cranson, der das Publikum schnell animieren konnte. Die Lieder „Downtown“ und „Sweet Caroline“ wurden anfangs noch zögerlich, später aber beschwingt im Saal mitgesungen. Vor der Pause wurde es besinnlich. Das Lied des Namensgeber des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums und zugleich die Schulhymne des DBG „Von guten Mächten“ wurde mit dem deutsch-amerikanischen Chor unter der Leitung von Cathrin Schuster-Sixt gesanglich mit dem Publikum zelebriert.

Nach einer Erfrischung wieder zurückgekehrt, übernahmen alle Musikerinnen und Musiker vereint die Bühne. Während das „Rock Stone Intro“ gespielt wurde, stellte Paul Severnich (Musikschulleiter Ratingen) alle Beteiligten noch einmal vor. Es folgte das große international zusammengesetzte Blasorchester. Mit kraftvoller symphonischer Blasmusik führte es das Publikum schließlich zum Höhepunkt des Abends: der Uraufführung von „Ratingen 1276–2026“. Komponist Charles Dibley dirigierte selbst sein einzigartiges Geschenk an die Stadt Ratingen. Dieses Stück verbindet melodisch historische Motive mit modernen Klangfarben und zeichnet ein umfassendes Bild der Stadt Ratingen ab. Nach einem ABBA-Medley vereinte

schließlich das großartige Finale alle Mitwirkenden noch einmal auf der Bühne. Gemeinsam präsentierten sie den Queen-Klassiker „We Are The Champions“ – ein emotionaler Abschluss, mit „Gänsehaut“-Gefühl, bei dem es aber nicht bleiben sollte.

Kamden Dibley (Schwiegertochter des Komponisten) und Lenni Billberg, die das Austauschprogramm zusammen mit Tanja Blum-Campa (Stellvertretende Schulleiterin) und Natascha Ehrenheim (Lehrerin) vom Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium ermöglicht hatten, bedankten sich für die herzliche und langjährige Gastfreundschaft. Zudem wurde Paul Severnich ein extra für ihn angefertigter Quilt mit dem Stern von Dakota als Dank für seinen Einsatz bezüglich dieses musikalischen Abends überreicht.

„Führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen!“ – Mit dieser Zeile aus dem Bonhoeffer-Lied gab Uwe Florin (Schulleiter des DBG) in seiner Abschlussrede den anwesenden Bürgermeistern, Patrick Anders und Kevin O’Kelly, augenzwinkernd den Anstoß, Ratingen und Vermillion bald wieder zu vereinen. Mit diesem Wunsch klang der Abend, der eindrucksvoll zeigte, wie lebendig Städtepartnerschaft sein kann, begleitet von einer Zugabe langsam aus.