Der Chor auf der Bühne. Foto: Jürgen Paust-Nondorf
Der Chor auf der Bühne. Foto: Jürgen Paust-Nondorf

Ratingen. Der Kulturkreis Hösel hat als Veranstalter erstmalig einen richtungsweisenden Auftritt des Konzertchores Ratingen unter der musikalischen Leitung von Thomas Gabrisch veranstaltet.


Richtungsweisend, indem der Chor die traditionellen Pfade verließ und eine leidenschaftliche Begegnung von klassischer Chorkultur mit der puren Freiheit des Jazz wagte. Das Ergebnis? Ein stilübergreifendes Konzert mit zwei Jazz Messen und einem Jazz-Quartett in der gut gefüllten St. Bartholomäus Kirche, das das Publikum unüberhörbar mit frenetischem und lang andauerndem Beifall begeisterte. Der Konzertchor wurde unterstützt von Sängern aus dem Chor der Landeregierung. Der erfreulich zahlreiche Besucherzuspruch war um so erstaunlicher, als in Ratingen und seinen Stadtteilen am selben Tag viele andere hochwertige Kulturveranstaltungen angeboten wurden. Dieser gelungene Start einer wunderbaren Zusammenarbeit zwischen dem Kulturkreis Hösel und dem Konzertchor Ratingen beweist, wie richtig die Entscheidung für diese Kooperation war und ist, die beide in Zukunft verstärken werden. Die Einzelheiten des Abends:

Den Auftakt machte Bob Chilcotts A Little Jazz Mass. Chilcott bettet den sakralen Geist der lateinischen Messe in ein feines, unaufdringliches Jazz-Gewand – ein beschwingter Einstieg in den Abend. Danach wechselte das Rampenlicht zum Saxophon und dem Jazz-Trio, bestehend aus Piano (Thomas Gabrisch), Bass (René Lozynski) und Schlagzeug (Alexander Maczewski). Mit der Suite des französischen Meister-Arrangeurs Claude Bolling präsentierten die Instrumentalisten ein Bravourstück des Crossover. Hier begegnen sich Anklänge an bekannte barocke Melodien und den unverkennbaren, mitreißenden Drive des Jazz. Die virtuosen Solopassagen des Saxophonisten Martin Hilner animierten das Publikum zu begeistertem Zwischenapplaus.

Das fulminante Finale des Abends gehörte der monumentalen Mass in Blue von Will Todd. Der Komponist setzt den Messetext hinein in ein weitgespanntes Geflecht aus Blues-Harmonien, treibenden Swing-Rhythmen und energetischen Band-Klängen. Gemeinsam mit der jungen, charismatischen Sopranistin Dioklea Hoxha brachte der Chor und die Jazz-Formation eine stimmliche Wucht und Dynamik auf die Bühne, die das Publikum zu langandauerndem stürmischen Beifall führte. Die spontane Zugabe mit dem beschwingten Benedictus aus der Todd-Messe beendete diesen spektakulären Konzertabend in Hösel.